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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Pandemieplanung europäischer Staaten am Beispiel von SARS – Workshop zur Erhebung von Expertenmeinungen

Meeting Abstract

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  • Ralf Krumkamp - Hamburg University of Applied Sciences, Hamburg
  • Ralf Reintjes - Hamburg University of Applied Sciences, Hamburg
  • Annette Kassen - Hamburg University of Applied Sciences, Hamburg

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds213

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds213.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Krumkamp et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Nationale Pandemiepläne zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten wie z. B. SARS oder pandemische Influenza entstehen durch die Zusammenarbeit von Public Health Experten aus so unterschiedlichen Disziplinen wie Epidemiologie, mathematische Modellierung, Ethik, und Ökonomie. Ergänzend dazu werden Kenntnisse und Erfahrungen auf den Gebieten der nationalen und internationalen Politik benötigt, um Informationen über die Effektivität, Akzeptanz und der rechtlichen Umsetzbarkeit von Public Health Maßnahmen zu berücksichtigen [1]. Um Stärken und Schwächen europäischer Pandemiepläne zu identifizieren, wurde im Januar 2007 ein Workshop durchgeführt, in dem Meinungen zum Thema „Pandemiekontrolle“ von Experten aus unterschiedlichen Public Health Disziplinen vorgestellt und ausgetauscht wurden.

Methoden: Zwanzig internationale Experten aus 11 europäischen Ländern haben an einem zweitätigen Workshop in Hamburg teilgenommen. Anhand von Fachpräsentationen mit anschließender Diskussion und strukturierten Gruppendiskussionen wurden Expertenmeinungen erhoben.

Ergebnisse: (i) Austausch zwischen Staaten über nationale Pandemieplanung sollte regelmäßig erfolgen, (ii) Unterstützung zwischen EU Staaten in der Ausbruchskontrolle sollte Gegenstand der nationalen Planung sein, (iii) gesetzliche Bestimmungen die eine Ausbruchskontrolle behindern müssen abgebaut werden, (iv) Informationen über potentielle Gefahren sollen schnell über autorisierte Personen an die Öffentlichkeit gegeben werden, (v) ausreichende personelle und materielle Ressourcen, zur Anwendung von PH Interventionen, müssen geschaffen werden.

Diskussion: Die Durchführung eines Expertenworkshops hat sich als geeignete Methode erwiesen, um Schwächen und Stärken in der Pandemieplanung zu identifizieren. Durch die gezielte Befragung von internationalen Public Health Experten, konnten ausgesuchte Themen aus verschiedenen Expertensichtweisen unter der Berücksichtigung von nationalen Unterschieden analysiert und diskutiert werden. Die Expertendiskussionen haben besonders die Notwendigkeit der logistischen und materiellen Unterstützung in der Pandemieprävention und -kontrolle unter den EU Ländern hervorgehoben. Eine verstärkte Kooperation zwischen den Europäischen Ländern sollte in Zukunft als ein fester Bestandteil der nationalen Pandemieplanung angesehen werden.


Literatur

1.
WHO (World Health Organization), 2004b. WHO SARS Risk Assessment and Preparedness Framework. WHO/CDS/CSR/ARO/2004.2. World Health Organization, Geneva.