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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Ein Index zur Bewertung der Ernährung im Rahmen des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys

Meeting Abstract

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  • Christina Kleiser - Robert Koch-Institut, Berlin
  • Gert B.M. Mensink - Robert Koch-Institut, Berlin
  • Thomas Lampert - Robert Koch-Institut, Berlin

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds197

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds197.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Kleiser et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Das individuelle Ernährungsverhalten ist sehr komplex und nur schwer vollständig abzubilden. Mit den gängigen Ernährungserhebungsmethoden wird daher eine Vielzahl von Einzelinformationen erfasst. Für bestimmte Untersuchungszwecke, z.B. um Gruppen zu vergleichen oder Zusammenhänge mit dem Ernährungsstatus zu ermitteln, ist es sinnvoll diese Einzelinformationen mit Hilfe eines Index zusammenzufassen.

Methoden: Im Rahmen von KiGGS (Kinder- und Jugendgesundheitssurvey) wurden zwischen Mai 2003 und Mai 2006 17.641 Kinder und Jugendliche im Alter von 0-17 Jahren vom Robert Koch-Institut befragt und untersucht. Zur Erfassung des Ernährungsverhaltens wurde ein semiquantitativer Verzehrshäufigkeitsfragebogen („Was isst du?“) eingesetzt.

Für die Indexkonstruierung wurden aus den Angaben zu Verzehrshäufigkeiten und Portionsgrößen die Verzehrsmengen berechnet. Diese wurden ins Verhältnis zu den aktuellen Empfehlungen gesetzt und dieses Verhältnis mit Punkten bewertet. Je höher der Indexwert, desto eher entspricht die Ernährung den Empfehlungen und desto besser kann die Ernährungsqualität eingestuft werden.

Ergebnisse: Der Index zeigt eine Normalverteilung. Die Auswertung der Indexwerte getrennt nach Altersgruppen, Jungen und Mädchen, Sozialstatus oder Migrationshintergrund zeigt Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen auf. Ein signifikant besserer Indexwert wird bei den jüngeren Altersgruppen, Mädchen und Teilnehmern mit hohem Sozialstatus sowie deutscher Herkunft festgestellt. Außerdem ist ein Zusammenhang mit Vitamin B12 und Folsäure im Serum festzustellen. Der Index korreliert dagegen kaum mit Serumlipiden und dem Body Mass Index.

Diskussion: Wie die Ergebnisse zeigen, kann der Index als Auswertungsinstrument eingesetzt werden und dient als Hilfsmittel zur Identifizierung von Risikogruppen mit einer ungünstigen Ernährung. Er ersetzt jedoch nicht die Analyse von einzelnen Verzehrshäufigkeiten oder –mengen auf Lebensmittel- bzw. Lebensmittelgruppenebene, da möglicherweise individuelle Unterschiede durch das Aggregieren verloren gehen. Da er keinen Index für die gesamte Energie-, Fett- oder Nährstoffaufnahme repräsentiert, ist ein Zusammenhang mit bestimmten Blutparametern und dem Körpergewicht nicht zu erwarten.