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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Geschlechter- und zielgruppengerechte Gesundheitsberichterstattung – methodische Aspekte und empirische Befunde

Meeting Abstract

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  • Ingeborg Jahn - Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS), Bremen
  • Ronja Foraita - Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS), Bremen

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds180

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds180.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Jahn et al.
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Gliederung

Text

Einleitung/Hintergrund: Gesundheitsberichterstattung soll die Geschlechterperspektive berücksichtigen (RKI 2007) sowie „Daten für Taten“ liefern. Gefragt sind adäquate, gendersensible Methoden mit eine gut verständliche Ergebnisvermittlung. Diese beiden Aspekte stehen im Fokus des Beitrags, der insbesondere die Identifizierung und Bewertung von Unterschieden/Gemeinsamkeiten zwischen Frauen und Männern behandelt.

Material und Methoden: Es wurden die Daten einer Bevölkerungsbefragung im Land Bremen aus 2004 (F: N=2070, M: N=1521, Response: F: 43%, M: 35%) ausgewertet, um Zielgruppen für Prävention und Gesundheitsförderung zu identifizieren. Zielvariablen sind Rauchen, Übergewicht/Adipositas, Risikokumulation, für die der Einfluss der sozialen Lage untersucht wird. Als Analysemethoden wurden logistische Regressionsanalysen sowie CHAID-Baumanalysen, jeweils für Geschlecht stratifiziert und kontrolliert, eingesetzt.

Ergebnisse: Beispielhaft seien die Ergebnisse für Rauchen dargestellt: Die Häufigkeit des Aktuell-Rauchens ist in den Altersgruppen unterschiedlich (F:18%-25%; M:19%-49%). Der Methodenvergleich zeigt in den stratifizierten Analysen für Frauen, dass dieselben Einflussvariablen (Alter, Bildung, Familienstand) mit ähnlichen Effekten selektiert werden. Bei Männern werden in beiden Analyseverfahren Alter und Bildung ausgewählt. Familienstand zeigt sich in der Regression als Einflussfaktor, nicht aber in der Baumanalyse, in der Erwerbsstatus signifikante Unterschiede bei unter 60jährigen Männern zeigt. Für die nach Geschlecht kontrollierten Analysen wählen beide Methoden die gleichen Einflussfaktoren aus. Während bei der Regression von einem allgemeinen Geschlechtereffekt (OR (Männer) 1,5, Referenz: Frauen, 95% KI-1,3;1,8) ausgegangen wird, zeigen sich in der Baumanalyse Geschlechterunterschiede lediglich für die über 60-jährigen sowie die Verheirateten unter 60-jährigen mit mittlerem und höherem Bildungsstatus. Nach der Baumanalyse sind für letztgenannte Altersgruppe Familienstand und Bildung statistisch relevanter als Geschlecht.

Diskussion/Schlussfolgerungen: Für die Analyse des Aktuell-Rauchens zeigten sich im Methodenvergleich ähnliche Ergebnisse. Die Baumanalyse gibt zusätzlich Hinweise auf Zusammenhänge zwischen den Einflussvariablen. Bezüglich der Ergebnisvermittlung im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung zeigen Erfahrungen Vorteile der Baumanalyse, deren Ergebnisse intuitiv erfasst werden können, während die Ergebnisinterpretation von Regressionsanalysen statistisches Hintergrundwissen erfordert. Bezüglich der Geschlechtersensibilität sprechen die Ergebnisse für eine differenzierte methodische Diskussion.


Literatur

1.
Robert-Koch-Institut (2007) Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Hinweise zur Erstellung von Expertisen und Beiträgen zu Themenheften der Gesundheitsberichterstattung. Überarbeitete Fassung.
2.
Jahn, I, Foraita, R, Pohlabeln, H (2006) Rauchen. Gewicht. Bewegung. Früherkennung. Zielgruppen für Prävention und Gesundheitsförderung im Land Bremen. Ergebnisse der Bremer Umfrage GESUNDHEIT! Ms., Bremen http://217.110.205.153/private/aktuell/rubrik_set552.htm?artikel7925.htm Externer Link