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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Herzinsuffizienzrisiko bei rheumatoider Arthritis – Ergebnisse des deutschen Biologika-Registers RABBIT

Meeting Abstract

  • Franka Hierse - Deutsches Rheuma-Forschungszentrum, Berlin
  • Anja Strangfeld - Deutsches Rheuma-Forschungszentrum, Berlin
  • Joachim Listing - Deutsches Rheuma-Forschungszentrum, Berlin
  • Christina Bungartz - Deutsches Rheuma-Forschungszentrum, Berlin
  • Ulrike Kamenz - Deutsches Rheuma-Forschungszentrum, Berlin
  • Rolf Rau - Evangelisches Fachkrankenhaus, Ratingen
  • Peter Herzer - Praxis für Innere Medizin/Rheumatologie, München
  • Angela Zink - Deutsches Rheuma-Forschungszentrum, Berlin

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds153

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds153.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Hierse et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Seit langem wird diskutiert, wie die Qualität der Phase-IV-Studien in der Prüfung neuer Medikamente verbessert werden kann. Während Phase-III-Studien sehr strengen und einheitlichen methodischen Anforderungen unterliegen, gilt dies bislang bei Studien nach der Zulassung nur sehr eingeschränkt.

Zu Beginn dieses Jahrtausends kamen mehrere neue, gentechnisch hergestellte Medikamente zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA) auf den Markt. Da es sich dabei um ganz neue und weitgehend unbekannte Wirkprinzipien handelte, wurde auf Initiative der rheumatologischen Fachgesellschaft und mit Unterstützung aller Hersteller entsprechender zugelassener Medikamente (derzeit 5) im Jahr 2001 ein unabhängiges Register zur Beobachtung der Sicherheit und Langzeitwirksamkeit dieser Medikamente begonnen. Analoge Register existieren in Großbritannien und Schweden, alle drei arbeiten eng zusammen und berichten regelmäßig an die Hersteller und die europäische Arzneimittelbehörde EMEA.

Methodik: Anhand der Daten des deutschen Biologikaregisters RABBIT, einer prospektiven Kohortenstudie von Patienten mit RA, die bei Studieneinschluss mit einem Biologikum (n=2757) oder einer konventionellen Therapie (Kontrollgruppe (n=1491)) behandelt wurden, berichten wir über methodische Herausforderungen im Umgang mit multiplen Expositionen bei Therapiewechseln und Zurechnung von unerwünschten Ereignissen zu einzelnen Präparaten.

Ergebnisse: Mittels Propensity Score Methoden und multivariater Coxregression mit zeitabhängigen Kovariablen wurde das Risiko des Auftretens einer Herzinsuffizienz untersucht. Zur Analyse des Einflusses von Therapie und Krankheitsverlauf wurden verschiedene Risikofenster betrachtet. Nach Adjustierung um bekannte Risikofaktoren (Alter, Geschlecht, BMI, Komorbiditäten) fand sich ein signifikanter Einfluss der Krankheitsaktivität im Verlauf (Hazardrate (HR) 1,34 (95% Konfidenzintervall: 1,02 – 1,77; p=0,036)) sowie der Prädisposition auf die Entwicklung einer Herzinsuffizienz. Für die Behandlung mit Biologika wurde keine Risikoerhöhung festgestellt (HR: 1,24 (0,60 – 2,60), p=0.56).

Schlussfolgerungen: Große nationale, von mehreren Pharmafirmen gemeinsam unterstützte und hinsichtlich Durchführung, Auswertung und Publikation der Ergebnisse unabhängige Register sind ein zukunftsweisender Zugang, die Sicherheit neuer Medikamente nach der Zulassung nachhaltig zu verbessern. Sie stellen angesichts des nicht-randomisierten Studiendesigns größere Herausforderungen an die Statistik. Intensive methodische Weiterentwicklungen sind erforderlich.