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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Versorgung der über 80-jährigen Patienten mit akutem Myokardinfarkt in Bremen – Ergebnisse der Herz ART Bremen Studie (Herz: AMI und Regionales TQM in Bremen)

Meeting Abstract

  • Kathrin Günther - Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin, Bremen
  • Thomas Behrens - Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin, Bremen
  • Johannes Schimansky - Senator für Inneres und Sport, Bremen
  • Joachim Ulma - St. Joseph Hospital, Bremerhaven
  • Wolfgang Ahrens - Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin, Bremen

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds129

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds129.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Günther et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Nach heutigem Erkenntnisstand ist eine invasive Diagnostik bzw. Therapie auch für ältere Patienten mit akutem Myokardinfarkt indiziert. Dennoch werden invasive Eingriffe bei über 80-Jährigen deutlich seltener durchgeführt.

Methoden: Die Daten zu Eckpunkten der Versorgung, Komorbiditäten und Soziodemographischen Faktoren wurden in der Herz ART Studie mithilfe standardisierter Notarztprotokolle sowie spezifischer Dokumentationsbögen für die Kliniken und das Herzkatheterlabor erhoben. Die Untersuchungsgruppe enthält alle Patientinnen und Patienten, die im Laufe des Untersuchungszeitraums (01.03.05 -31.08.05) aufgrund eines ST-Streckenhebungsinfarkts (STEMI) bzw. eines Nicht-ST-Streckenhebungsinfarkts (NSTEMI) in einer der sieben Bremer Kliniken mit internistischer Notfallversorgung oder durch Bremer Notärzte behandelt wurden. Die mittels multipler logistischer Regression berechneten Odds Ratios (OR) und die dazugehörigen 95%-Konfidenzintervalle (95%-KI) wurden adjustiert für Alter, Geschlecht, Infarkttyp.

Ergebnisse: Im Untersuchungszeitraum wurden 199 STEMI-Patienten und 495 NSTEMI-Patienten in einer der Bremer Kliniken behandelt. 15,8% der Patienten mit STEMI und 32,7% der Patienten mit NSTEMI waren über 80 Jahre. Innerhalb der ersten 28 Tage nach Krankenhauseinweisung verstarben etwas mehr Frauen als Männer (20,3% vs. 16,3%; OR=0,94; 95%-KI: 0,60-1,46) beziehungsweise war die Mortalität bei NSTEMI-Patienten geringer als bei STEMI-Patienten (17,4% vs. 19,6%; OR=1,44; 95%-KI: 0,93-2,24). In der Gruppe der über 80-jährigen lag die Mortalität deutlich höher als bei den jüngeren Patienten (32,0% vs. 16,3%; OR=2,5; 95%-KI: 1,60-3,96). Eine invasive Diagnostik wurde bei den jüngeren im Vergleich zu den älteren Patienten signifikant häufiger durchgeführt (73% vs. 31%; OR=0,2; 95%-KI: 0,13-0,32). Eine koronare Angioplastie (PTCA) wurde bei älteren Herzinfarkt-Patienten ebenfalls seltener vorgenommen (45,5% vs. 13,7%; OR=0,2; 95%-KI: 0,14-0,42). Die 28-Tage-Mortalität war in der Altersgruppe über 80 Jahre mit PTCA im Vergleich zu ohne PTCA deutlich niedriger (9,5% vs. 35,6%; OR=0,15; 95%-KI: 0,03-0,72).

Diskussion: Erste Analysen zeigen, dass Patienten über 80 Jahre in Bremen seltener invasiven Eingriffen unterzogen werden als jüngere Patienten. In den abschließenden Analysen werden Ergebnisse zur Versorgung, therapeutischen und diagnostischen Maßnahmen, Komorbiditäten und 1 Jahres-Mortalität vorgestellt.


Literatur

1.
Bach RG, Cannon CP, Weintraub WS, Di Battiste PM, Demopoulos LA, Anderson HV, DeLucca PT, Mahoney EM, Murphy SA, Braunwald E. The effect of routine, early invasive management on outcome for elderly patients with non-ST-segment elevation acute coronary syndromes. Ann Intern Med. 2004;141(3):186-95.