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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Verschiedene Proteinquellen zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Säuglingsalter und der Kindheit und ihre Bedeutung für BMI und Körperfettanteil mit 7 Jahren

Meeting Abstract

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  • Anke L. B. Günther - Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE), Dortmund
  • Anja Kroke - Fachbereich Oecotrophologie, Hochschule Fulda, Fulda
  • Anette E. Buyken - Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE), Dortmund

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds127

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds127.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Günther et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Es wird diskutiert, dass eine höhere frühkindliche Proteinaufnahme das Risiko für späteres Übergewicht erhöht. Ziel dieser Analyse war es zu untersuchen, ob eine entscheidende kritische Phase der Proteinzufuhr im Säuglingsalter bzw. der Kindheit existiert und welche Rolle unterschiedliche Proteinquellen für den BMI Standard Deviation Score (BMI-SDS) sowie den prozentualen Körperfettanteil (%KF) mit 7 Jahren spielen.

Methoden: Die Analysen umfassten 209 Teilnehmer der DOrtmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study (DONALD Studie), die zu allen interessierenden Zeitpunkten (6 Monate, 12 Monate, 18-24 Monate, 3-6 Jahre) 3-Tage-Wiegeernährungsprotokolle sowie Angaben zu BMI und %KF mit 7 Jahren vorweisen konnten. Mittels Life-course Plots wurde untersucht, welche Alterszeitpunkte oder -phasen der absoluten, tierischen und pflanzlichen Proteinzufuhr (% der Energie, %En) entscheidend mit dem späteren BMI-SDS bzw. %KF assoziiert waren, um dort anschließend die mittleren adjustierten Werte der anthropometrischen Zielgrößen mit 7 Jahren zwischen Tertilen (T1-T3) der Proteinzufuhren (%En) zu vergleichen.

Ergebnisse: Lediglich mit 12 Monaten war eine höhere absolute bzw. tierische, aber nicht pflanzliche Proteinaufnahme durchgängig mit einem höheren BMI-SDS sowie %KF mit 7 Jahren assoziiert. Zu diesem Zeitpunkt ging eine höhere tierische Proteinzufuhr auch nach Adjustierung für mütterliches Übergewicht, relevante Ernährungsvariablen und die Anthropometrie mit 6 Monaten mit einem höheren späteren %KF einher [MW (95%-KI) T1: 16,18 (15,24; 17,18) vs. T2: 17,07 (16,15; 18,05) vs. T3: 18,00 (17,05; 19,01), p Trend=0,01] und war zudem mit dem BMI-SDS mit 7 Jahren assoziiert (p=0,03). Pflanzliches Protein hingegen hatte nach Adjustierung für die Ballaststoffzufuhr keine Bedeutung für die spätere Körperzusammensetzung (p>0,1). Bezüglich der Proteinaufnahme aus Lebensmittelgruppen bestand ein Zusammenhang zwischen einer höheren Zufuhr aus Milch/Milchprodukten, nicht jedoch aus Fleisch/Wurstwaren oder Getreide, mit einem höheren %KF (p=0,06) und BMI-SDS (p=0,02) mit 7 Jahren.

Schlussfolgerung: Eine höhere Zufuhr tierischen Proteins mit 12 Monaten, insbesondere aus Milch und Milchprodukten, könnte mit einer ungünstigeren Körperzusammensetzung mit 7 Jahren einhergehen.