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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Systemarchitektur und Realisierung einer Workflowkomponente zur Automatisierung von SOPs in einem HL7-basierten PDMS

Meeting Abstract

  • Torben Greiser - Fraunhofer FIT, Sankt Augustin
  • Markus Meister - Universitätsklinikum, Giessen
  • Achim Michel-Backofen - Universitätsklinikum, Giessen
  • Thomas Rose - Fraunhofer FIT, Sankt Augustin
  • Rainer Röhrig - Universitätsklinikum, Giessen
  • Martin Sedlmayr - Fraunhofer FIT, Sankt Augustin

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds119

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds119.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Greiser et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das DFG-geförderte Projekt Online Guideline Assist (OLGA) hat zum Ziel, den Arzt bei der Indikation, der Auswahl und der Durchführung von Standard Operating Procedures (SOPs) zu unterstützen. Dazu sollten Methoden und Werkzeuge entwickelt werden, bestehende klinische Handlungsempfehlungen zu formalisieren und anhand eines Prototypen in einem Patientendatenmanagementsystem (PDMS) zu automatisieren.

Konzept: Basis für die Entwicklung ist das nachrichtenbasierte PDMS ICUdata (Fa. IMESO), welches im Uniklinikum Gießen flächendeckend auf den Intensivstationen läuft. Das PDMS verfügt clientseitig über eine Distributionsschicht (Master), die die HL7-basierte Kommunikation der Clients mit dem Server sicherstellt [1]. Die OLGA-Ausführungskomponente läuft dezentral auf den Clients und meldet sich bei dem Master an. Da sämtliche Datenkommunikation via Master über die zentrale Patientenakte abläuft, wird keine weitere Synchronisation mit anderen Klienten benötigt.

Implementierung: Kern der in der Programmiersprache Java geschriebenen OLGA Ausführungskomponente ist das Workflowsystem JBPM (http://www.jboss.com). Wir haben die Workflowsprache um Funktionen zur Kommunikation über HL7 erweitert. Darüber hinaus wurden Funktionen implementiert, die GLIF-Konzepte realisieren welche sich nicht direkt in das Workflowformat übersetzen lassen [2].

Aus Zeit- und Effizienzgründen, werden beim Start relevante historische Daten eines Patienten in einen lokalen Cache gelesen. Danach registriert sich OLGA beim lokalen Master und empfängt so Updates, die in den Cache eingepflegt werden. Dem Cache liegt ein objektorientiertes Datenmodell zugrunde, welches prozessrelevante Abfragen ohne zeitaufwändige Datenbankabfragen ermöglicht.

Automatisch generierte Anweisungen, Empfehlungen und Nachfragen des Systems werden als unbestätigte Anordnungen via HL7 an das PDMS gesandt. Aus Sicherheitsgründen müssen Sie als Anordnung vom Anwender bestätigt werden.

Erfahrungen: Der Prototyp wurde im März 2007 in einer ersten Testversion in einer klinischen Testumgebung installiert und wird gegenwärtig mit realen Patientendaten evaluiert. Im Vortrag werden wir Erfahrungen hinsichtlich Kommunikations- und Datenstruktur, sowie erste Anwenderergebnisse vorstellen.


Literatur

1.
Michel-Backofen A, Demming R, Röhrig R, Benson M, Marquardt K, Hempelmann G. Realizing a Realtime Shared Patient Chart using a Universal Message Forwarding Architecture. Stud Health Technol Inform. 2005;166:509-514.
2.
Sedlmayr M, Rose T, Röhrig R, Meister M, Michel Backofen A. Formalisierung und Automatisierung von SOPs in der Intensivmedizin. In: Oberweis et.al. eOrganisation: Service-, Prozess-, Market Engineering. 8 Internationale Tagung Wirtschaftsinformatik, Universitätsverlag Karlsruhe, 2007; 1:953-70.