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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Ökonomische Betrachtung der Eigenblutspende unter Einbeziehung eines Verwendungsfaktors

Meeting Abstract

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  • Kristian Gäbler - Fachhochschule Braunschweig/ Wolfenbüttel Fachbereich Gesundheitswesen, Wolfsburg
  • Martin Leben - Fachhochschule Braunschweig/ Wolfenbüttel Fachbereich Gesundheitswesen, Wolfsburg
  • Heidi Hofmann - Fachhochschule Braunschweig/ Wolfenbüttel Fachbereich Gesundheitswesen, Wolfsburg
  • Christoph Trautner - Fachhochschule Braunschweig/ Wolfenbüttel Fachbereich Gesundheitswesen, Wolfsburg

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds097

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds097.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Gäbler et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung/ Hintergrund: Die Verwendung einer Eigenblutspende bei einer notwendigen Bluttransfusion hat aufgrund der Vermeidung von Infektionskrankheiten sowie durch den Fremdblut sparenden Charakter große Vorteile.

Untersuchungen haben gezeigt, dass die Eigenblutspende neben medizinischen Vorteilen ebenso zu Kosteneinsparungen führt. Jedoch wurde in den bisherigen Untersuchungen von einer fast vollständigen Retransfusion des entnommenen Eigenblutes ausgegangen. Die Erhebung eines Klinikums mit 600 Betten zeigte allerdings, dass ein großer Teil der Eigenblutspenden verworfen wird.

Material und Methoden: Es wurden auf Grundlage einer Untersuchung Kostenfunktionen für die Nutzung von Eigen- und Fremdblut entwickelt, mit Hilfe derer eine Aussage über die Gesamtkosten für eine beliebige Anzahl an Konserven getroffen werden konnte.

Anschließend wurden die Jahresgesamtkosten sowie Konservenstückkosten des untersuchten Klinikums bestimmt.

Zusätzlich wurde untersucht ab bzw. bis zu welchen Mindest- oder Maximalmengen an Konserven die Eigenbluttransfusion ökonomisch sinnvoller als die Fremdblutverwendung ist. Der Tatsache des hohen Anteils verworfener Eigenblutkonserven wurde mit der Definition eines Verwendungsfaktors Rechnung getragen.

Ergebnisse: Es wurden Gesamtkosten für eine Einheit Eigenblut von 150 Euro und für eine Einheit Fremdblut von 201 Euro errechnet. Unter Einbeziehung aller anfallenden Kosten führt die Eigenblutspende zu einem Kostenvorteil, unter Einbeziehung des Verwendungsfaktors war der Kostenvorteil nur bis zu einer Menge von 16 Einheiten feststellbar.

Unter der ausschließlichen Betrachtung der entscheidungsrelevanten Kosten stellt sich die Eigenblutverwendung unter Einbeziehung des Verwendungsfaktors als ökonomisch unvorteilhaft dar.

Bezogen auf das betrachtete Klinikum konnte gezeigt werden, dass es ökonomisch sinnvoller gewesen wäre auf die Verwendung der Eigenblutspende zu verzichten (Ersparnis von 7.568,95 Euro).

Diskussion/ Schlussfolgerungen: Die berechneten Werte besitzen keine allgemeine Gültigkeit, sondern ergeben sich aus den individuellen Werten einer Untersuchung.

Es wurde jedoch aufgezeigt, dass die Verwendung der präoperativen Eigenblutspende nicht zwangsläufig zu einem Kostenvorteil führen muss, sondern diese Frage einer Betrachtung anhand der individuellen Kosten- und Verbrauchsstruktur des einzelnen Krankenhauses bedarf.


Literatur

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Spöhr, Fabian, Böttiger, Bernd W., Fremdblut sparende Maßnahmen, in: Der Anaesthesist 2002, S. 221-233
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Vorstand und Wissenschaftlicher Beirat der Bundesärztekammer (Hrsg.), Leitlinien zur Therapie mit Blutkomponenten und Plasmaderivaten, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 2003