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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Motivierende Intervention bei Allgemeinkrankenhauspatienten mit Alkoholproblemen: eine randomisierte Kontrollgruppenstudie

Meeting Abstract

  • Jennis Freyer-Adam - Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Universität Greifswald, Greifswald
  • Beate Coder - Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Universität Greifswald, Greifswald
  • Sebastian E. Baumeister - Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Universität Greifswald, Greifswald
  • Gallus Bischof - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität zu Lübeck, Lübeck
  • Jeannette Riedel - Institut für Medizinische Psychologie, Universität Greifswald, Greifswald
  • Hans-Jürgen Rumpf - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität zu Lübeck, Lübeck
  • Ulrich John - Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Universität Greifswald, Greifswald
  • Ulfert Hapke - Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Universität Greifswald, Greifswald

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds094

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds094.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Freyer-Adam et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Ziel der Studie war die Überprüfung der Wirksamkeit einer motivierenden Kurzintervention (KI) bei Krankenhauspatienten mit Alkoholproblemen. Die KI hatte zum Ziel, die Patienten zu motivieren und ihr problematisches Trinkverhalten zu ändern. Da die Wirksamkeit von KI bei Alkoholabhängigen eingeschränkt ist, standen Patienten im Vordergrund, die riskant Alkohol konsumieren, ohne alkoholabhängig zu sein. Es sollte untersucht werden, ob die Wirksamkeit der Intervention davon abhängig ist, ob sie durch einen spezialisierten Liaisondienst oder durch die Krankenhausärzte ausgeübt wird.

Methode: An vier Krankenhäusern in Vorpommern wurden alle Patienten ausgewählter Stationen hinsichtlich ihres Alkoholtrinkverhaltens gescreent (N = 14,332). Von denjenigen mit einem positiven Screeningergebnis wurden 595 Patienten in die Kontrollgruppenstudie aufgenommen. Die Probanden der zwei Interventionsgruppen erhielten entweder von einem spezialisierten Liaisondienst oder von den Krankenhausärzten eine Beratung. Die Kontrollgruppe erhielt keine zusätzliche Beratung. Nach 12 Monaten wurden Alkoholkonsum, Motivation und Gesundheit erfragt. Sample-Survey-Analysen und Generalized Estimating Equations wurden kalkuliert.

Ergebnisse: Zum Zeitpunkt der Nachbefragung wiesen in längsschnittlichen Analysen beide Interventionsgruppen zusammengenommen, einen signifikanten Interaktionseffekt für Zeit und Intervention auf. Ihre Motivation ihr Trinkverhalten zu ändern, ist über die Zeit stärker angestiegen als die der Kontrollgruppe (p < .05). Die drei Gruppen unterschieden sich jedoch nicht hinsichtlich der konsumierten Alkoholmenge, alkoholbezogener Probleme oder Gesundheit. Alle Gruppen haben ihren Alkoholkonsum signifikant reduziert.

Schlussfolgerung: Die Intervention hatte einen positiven Effekt auf die Motivation das Trinkverhalten zu ändern. Zwölf Monate nach dem Krankenhausaufenthalt bewirkte sie jedoch keine stärkere Trinkreduktion als bei Personen, die keine Beratung erhalten hatten. Es konnten keine Wirksamkeitsunterschiede zwischen den unterschiedlichen Beratungsbedingungen nachgewiesen werden.