gms | German Medical Science

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Was zeichnet Innovatoren im Bereich EPA aus?

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Andreas Frey - Fachhochschule Osnabrück - University of Applied Sciences, Osnabrück
  • Björn Sellemann - Fachhochschule Osnabrück - University of Applied Sciences, Osnabrück
  • Ursula Hübner - Fachhochschule Osnabrück - University of Applied Sciences, Osnabrück

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds093

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds093.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Frey et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Obwohl hinreichend Fakten über die Technik und den Verbreitungsgrad von elektronischen Patientenakten (EPA) vorliegen [1], [2], [3], [4], fehlen Aussagen darüber, welches Profil Krankenhäuser mit und ohne EPA besitzen. Die Kenntnis darüber kann Innovatoren identifizieren.

Methode: Vor diesem Hintergrund wurde auf Basis der Daten des IT-Reports Gesundheitswesen [5] eine Korrespondenzanalyse (n=303 Häuser) gerechnet, in die der EPA-Entwicklungsstatus einging und die Merkmale Bettenzahl, Trägerschaft, IT-Budget in %, IT-Abteilung, Anzahl klinischer KIS-Module, Komplettlösung für klinisches Informationssystem, Zufriedenheit mit IT-Produkten, Einschätzung des EPA-Nutzens für Behandlungsqualität und Datenverfügbarkeit. Eine Korrespondenzanalyse ist ein verteilungsfreies multivariates Verfahren [6], das Dimensionen ermittelt und die sie charakterisierenden Merkmale extrahiert.

Resultate: Die Korrespondenzanalyse ermittelte zwei Dimensionen, die 96% der gesamten Trägkeit erklären, wobei die erste Dimension alleine bereits 78% der Variation ausmacht und sie aus diesem Grund im Folgenden ausschließlich behandelt wird. Sie ist charakterisiert durch die polarisierenden Merkmale „EPA wird implementiert“ und „vollfunktionsfähige EPA vorhanden“ einerseits und „noch kein Plan vorhanden“ andererseits. Die erste Gruppe von Häusern zeichnet sich vor allem durch das Merkmal „viele klinische KIS-Module“ aus, in geringerem Maße auch durch „viele Betten“, "IT-Abteilung", "EPA-Nutzen Datenverfügbarkeit hoch" und „zufrieden mit IT-Produkten“. Im Gegensatz dazu gruppieren sich die Merkmale „wenig klinische KIS-Module“ und „keine IT-Abteilung“ um die zweite Gruppe, ferner – jedoch mit geringerer Erklärungsstärke – „wenig Betten“, „EPA-Nutzen Datenverfügbarkeit und Behandlungsqualität gering“, „unzufrieden mit IT-Produkten“ und „keine Komplettlösung für klinisches Informationssystem“. Das IT-Budget konnte nicht zwischen den Gruppen differenzieren.

Diskussion: Die Ergebnisse zeigen, dass Krankenhäuser anhand der EPA in solche klassifiziert werden können, die die EPA besitzen bzw. implementieren (early adopters/fast followers) oder noch keinen Plan besitzt (Skeptiker). Den größten Einfluss auf beide Gruppen besitzt die Anzahl der klinischen KIS-Module. Dagegen spielt das zur Verfügung stehende Budget keine Rolle. Dies steht im Widerspruch zu den subjektiven Aussagen der Häuser, dass ein zu geringes Budget die Hauptbarriere für die Implementierung von IT darstelle [5], [7].


Literatur

1.
Erstad TL. Analyzing Computer Based Patient Records: A Review of Literature. Journal of Healthcare Information Management. 2003;17(4):51-7.
2.
Haas P. Medizinische Informationssysteme und Elektronische Krankenakten. Heidelberg: Springer; 2004.
3.
Walker JM, Bieber EJ, Richards F. Implementing an Electronic Health Record System. 2nd Edition. New York: Springer; 2006.
4.
Hübner U, Sellemann B. Current and Future Use of ICT for Patient Care and Management in German Acute Hospitals. Methods Inf Med. 2005;4:528-6.
5.
Hübner U, Sellemann B, Frey A. IT-Report Gesundheitswesen: Schwerpunkt Integrierte Versorgung - Befragung der Krankenhäuser und Hersteller. Schriftenreihe des Nds. Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Hannover; 2007.
6.
Greenacre MJ. Theory and Applications of Correspondence Analysis. London: Academic Press; 1984.
7.
17th Annual HIMSS Leadership Survey - CEO Results. November 2006. http://www.himss.org/2006survey/ zugegriffen am 28.2. 2007. Externer Link