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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Versorgungsepidemiologische Auswirkungen des demographischen Wandels in Mecklenburg-Vorpommern – ein interdisziplinärer Ansatz zur flächendeckenden Versorgungsplanung

Meeting Abstract

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  • Konstanze Fendrich - Institut für Community Medicine, Universität Greifswald, Greifswald
  • Ulrike Siewert - Institut für Community Medicine, Universität Greifswald, Greifswald
  • Wolfgang Hoffmann - Institut für Community Medicine, Universität Greifswald, Greifswald

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds086

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds086.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Fendrich et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: In den bislang verwendeten Konzepten der Arztzahlplanung werden die Änderung der Bevölkerungsstruktur im demographischen Wandel, regional spezifische Prävalenz- oder Inzidenzverteilungen in der Bevölkerung sowie die regionale Verteilung der Ärzte und ihre dadurch bedingte Erreichbarkeit nicht oder nur unzureichend berücksichtigt.

Methoden: Ziel des Projektes ist die Entwicklung von regional spezifischen sektorübergreifenden Versorgungskonzepten und -modellen zur künftigen Sicherstellung einer flächendeckenden qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern. Dazu werden zum einen die Alters- und Geschlechtsstrukturänderung der Bevölkerung in den einzelnen Regionen und die dadurch bedingte Änderung der Morbidität hochgerechnet. Epidemiologische Kennzahlen der regionalen Bevölkerung (alters- und geschlechtsspezifische Inzidenzen und Prävalenzen) werden aus der Study of Health in Pomerania (SHIP) und weiteren bevölkerungsbezogenen Studien und Registern (z.B. GKR [1]) ermittelt und mit demographischen Prognosen für Mecklenburg-Vorpommern insgesamt sowie für die einzelnen Landkreise bis zum Jahr 2020 kombiniert. Auf Grundlage der demographischen Prognosen, der zu erwartenden Morbidität und der aus SHIP ermittelten Inanspruchnahme ambulanter Versorgungseinrichtungen werden die zukünftig für eine Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung benötigte Anzahl an Haus- und Fachärzten prognostiziert. Zum anderen wird die Arztzahlentwicklung bis 2020 auf Basis der aktuellen Altersstruktur dieser in verschiedenen Wiederbesetzungsszenarien hochgerechnet und mit Analysen zur Erreichbarkeit der Ärzte auf Basis der räumlichen Verteilung der Arztsitze kombiniert.

Ergebnisse: Bis 2020 wird der Anteil über 64-Jähriger in der Bevölkerung Mecklenburg-Vorpommerns bei einer gleichzeitigen Verringerung der Gesamteinwohnerzahl auf 26,5% (2002: 16,9% [2]) steigen. Dadurch erhöhen sich beispielsweise die Fallzahlen für inzidente Kolonkarzinome um 30,9% sowie für Demenz (Prävalenz) um 67,2% (Prävalenzbasis: [3]). Von den im Jahr 2006 in Mecklenburg-Vorpommern tätigen 1138 Hausärzten werden 40,6% (676 Ärzte) bis zum Jahr 2020 das Alter von 68 Jahren erreichen und somit voraussichtlich altersbedingt ausscheiden.

Schlussfolgerungen: Der methodische Ansatz der interdisziplinären Prognosemodelle wird vorgestellt und diskutiert, erste Ergebnisse dieser werden präsentiert.


Literatur

1.
Eisinger B, Mustroph P, Richter D, et al. (2002) Krebsinzidenz 1999 im Erfassungsgebiet des Gemeinsamen Krebsregisters. Jahresbericht Gemeinsames Krebsregister der Länder Berlin, Brandenburg Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen (GKR). Medialis Berlin
2.
Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern (2003) Bevölkerung nach Alter und Geschlecht in Mecklenburg-Vorpommern 2002. (data file)
3.
Bickel H (2000) Demenzsyndrom und Alzheimer Krankheit: Eine Schätzung des Krankenbestandes und der jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland [Dementia syndrome and Alzheimer disease: an assessment of morbidity and annual incidence in Germany]. Gesundheitswesen 62:211-218