gms | German Medical Science

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Pflege der Anbindung eines Patientendatenmanagementsystems an ein Arzneimittelinformationssystem durch ein computergestütztes Apothekenbestellsystem

Meeting Abstract

  • Inga Faber - Fachhochschule Gießen-Friedberg, Fachbereich Medizininformatik, Gießen
  • Andreas Becker - Fachhochschule Gießen-Friedberg, Fachbereich Medizininformatik, Gießen
  • Christian Katzer - Justus-Liebig-Universität, Gießen
  • Volker Klement - Fachhochschule Gießen-Friedberg, Fachbereich Medizininformatik, Gießen
  • Erdmuthe Meyer zu Bexten - Fachhochschule Gießen-Friedberg, Fachbereich Medizininformatik, Gießen
  • Achim Michel-Backofen - Universitätsklinikum Gießen und Marburg - Standort Gießen, Gießen
  • Rainer Röhrig - Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds085

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds085.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Faber et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Patientendatenmanagementsysteme (PDMS) sind elektronische Informations- und Kommunikationssysteme, die die gesamte ärztliche und pflegerische Information am klinischen Arbeitsplatz patienten- und problemorientiert erfassen und darstellen [1]. Dies umfasst auch ein Verordnungs- und Planungsmodul (Computerized Physician Order Entry System (CPOE)) für Arzneimittel [2], [3], [4]. Die gängigen PDMS verwenden eine eigene Arzneimitteldatenbank mit stationsspezifischen Dosierungsinformationen, die generikaorientiert mit oft eigenen Bezeichnern parametriert sind. Ein Ziel von CPOE ist es, während der Medikamentenverordnung spezifische Arzneimittelinformationen zur Verfügung zu stellen und damit zur Qualitätssicherung beitragen [5], [6]. Voraussetzung ist die Anbindung eines handelsnamenbasierten Arzneimittelinformationssystems an das PDMS. Die Anbindung erfordert durch ständig wechselnde Präparate eine kontinuierliche Pflege und verhindert oft eine Nutzung über einen Projektstatus hinaus.

Das Ziel dieser Arbeit ist, die Pflege der Anbindung eines Arzneimittelinformationssystems an ein PDMS aufwandsneutral in die Routine zu integrieren.

Konzept. Die Idee ist die Pflege der Arzneimitteldatenbankanbindung in die Apothekenbestellung zu integrieren. Dazu wird der aktuelle Medikamentenverbrauch aus dem PDMS exportiert und in einer eigenen Applikation als Bestellvorschlag von dem zuständigen Mitarbeiter bestätigt. Dabei findet ein Abgleich mit dem Apothekensystem, welches auf den aktuell verfügbaren Handelsnamen basiert, statt.

Implementierung: Das System für die Medikamentenbestellung wurde mit MySQL und Java implementiert. Der PDMS-Export basiert auf einem XML-Protokoll [4]. Ein Prototyp befindet sich derzeit in der Testphase.

Diskussion: Der Ansatz unterscheidet sich von anderen CPOE-Systemen darin, dass die Pflege der Anbindung der Arzneimitteldatenbank durch eine Integration in die administrativen Routineabläufe gelöst wird. Untersuchungen zur Anwenderakzeptanz, sowie die Evaluation von Möglichkeiten die Zuordnung von Generika zu Handelsnamen durch selbstlernende Systeme zu unterstützen, werden derzeit durchgeführt.


Literatur

1.
Raetzel M, Junger A, Röhrig R, Bleicher W, Branitzi P, Kristinus B, Pollwein B, Prause A, Specht M. Allgemeine Empfehlungen und Anforderungen zur Implementierung von DV-Systemen in Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie (Arbeitsgruppe EDV des Forums Qualitätsmanagement und Ökonomie der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten (BDA)). Anästh Intensivmed. 2005;46: Supplement Nr. 2/2005: S21-31.
2.
Michel A, Junger A, Benson M, Brammen DG, Hempelmann G, Dudeck J, Marquardt K. A data model for managing drug therapy within a patient data management system for intensive care units. Comput Methods Programs Biomed. 2003;70(1):71-9.
3.
Röhrig R, Katzer C, Heckmann M, Sciuk G, Michel A, Hempelmann G, Gordner L. Implementation eines pädiatrsichen Medikamentenrechnermodells in ein bestehendes Patienten Daten Management System. Kinderärztliche Praxis 73 Supplement zur 28. Jahrestagung der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiotrische Intensivmedizin; 2002; V37-15.
4.
Brammen D, Geidel C, Michel-Backofen A, Auringer M, Rausch K, Krekel H, Röhrig R, Marquardt K. Integration eines Order-Entry-Verfahrens für die individuelle Arzneimittelherstellung in der Pädiatrie in ein Intensiv-Informations-Management-System. 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds); 2005; egms Meeting Abstract (05gmds559); http://www.egms.de/en/meetings/gmds2005/05gmds390.shtml Externer Link
5.
Bates DW, Leape LL, Cullen DJ, Laird N, Petersen LA, Teich JM, Burdick E, Hickey M, Kleefield S, Shea B, Vander Vliet M, Seger DL. Effect of computerized physician order entry and a team intervention on prevention of serious medication errors. JAMA 280.15 (1998): 1311-16.
6.
Doolan DFD, Bates DW, James BC. The use of computers for clinical care: a case series of advanced U.S. sites. J Am Med Inform Assoc. 10.1 (2003): 94-107.