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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Trends in der prognostischen Relevanz des Body Mass Index für die Gesamtsterblichkeit. Ergebnisse der MONICA/KORA Kohortenstudien S1 (1984/85), S2 (1989/90) und S3 (1994/95)

Meeting Abstract

  • Manuela Epple - GSF, Neuherberg
  • Jens Baumert - GSF, Neuherberg
  • Christa Meisinger - GSF, Neuherberg
  • Andrea Martina Müller - GSF, Neuherberg
  • Angela Döring - GSF, Neuherberg

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds082

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds082.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Epple et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Einige Studien zeigten, dass Untergewicht und Adipositas mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko assoziiert sind, wohingegen eine Übersterblichkeit bei Präadipositas in Frage gestellt wurde. Auch der Einfluss von Adipositas auf die Sterblichkeit scheint im Laufe der Zeit abgenommen zu haben. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Assoziation zwischen BMI und der Gesamtsterblichkeit in der MONICA/KORA Kohortenstudie, sowie Veränderungen des Sterberisikos zwischen 1984/85 und 1994/95 zu untersuchen.

Methoden: In der Region Augsburg wurden drei bevölkerungsbasierte Querschnittsstudien zwischen 1984 und 1995 (S1, S2, S3) durchgeführt (Alter: 25-64 Jahre). Bei allen Probanden wurde das 10-Jahresüberleben erfasst. Zur Untersuchung von unterschiedlichen Effekten von BMI auf die Gesamtsterblichkeit zwischen den Studien wurden die Survey-spezifischen Schätzer für BMI sowie Survey-BMI Interaktionen mittels stratifizierter Cox-Proportional-Hazards-Modelle nach Adjustierung auf mögliche Confounding Variablen geschlechtsspezifisch getestet. Adjustierte absolute Sterberisiken wurden für BMI-Kategorien berechnet.

Ergebnisse: Bei den Männern gab es bei allen drei Studien einen signifikanten Effekt von BMI auf die Gesamtsterblichkeit, der sich zwischen S3 und den anderen beiden Studien signifikant unterschied. Das absolute Mortalitätsrisiko zeigte eine J- bzw. U-förmige Kurve für S2 bzw. S3, wobei in S3 bei allen BMI-Bereichen (außer bei den Untergewichtigen) ein niedrigeres Risiko als in S1 und S2 gefunden wurde (z.B. BMI-Bereich 25-27.5 kg/m2: S1 6.3%, S2 5.8%, S3 3.7%). Bei den Frauen zeigten sich nahezu lineare Verläufe mit einem geringeren absoluten Risiko bei S3 im Vergleich zu S2 und S1 (z.B. BMI-Bereich 25-27.5 kg/m2: S1 3.8%, S2 2.8%, S3 2.0%). Eine statistisch signifikante Assoziation zwischen BMI und der Gesamtsterblichkeit nach Adjustierung der Confounding Variablen konnte jedoch bei Frauen nur für S2 festgestellt werden.

Diskussion/Schlussfolgerung: Obwohl die Prävalenz von Adipositas bei beiden Geschlechtern stieg, reduzierten sich die rohe Sterblichkeitsrate und das absolute Sterblichkeitsrisiko von der früheren zur späteren Querschnittsstudie. Der Einfluss weiterer beeinflussender Faktoren, die diese Beziehung erklären könnten, sollte untersucht werden.