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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Sonnenschutz im Kindergarten – Einfluss der Kampagne „Sonne(n) mit Verstand“ auf Wissen und Verhalten bzgl. UV-Strahlung bei Kindergartenkindern

Meeting Abstract

  • Christine Eichhorn - Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften, Universität Bayreuth, Bayreuth
  • Claudia Seibold - Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften, Universität Bayreuth, Bayreuth
  • Julika Loss - Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften, Universität Bayreuth, Bayreuth
  • Jutta Brix - Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, München
  • Alexander Steinmann - Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, München
  • Eckhard Nagel - Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften, Universität Bayreuth, Bayreuth

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds080

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds080.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Eichhorn et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Haut von Kindern ist UV-Strahlung gegenüber sehr empfindlich; Sonnenbrände stellen einen bedeutsamen Risikofaktor für die Entstehung des Malignen Melanoms dar. Adäquater Sonnenschutz bei Kindern ist somit eine wichtige präventive Maßnahme. Es ist allerdings wenig darüber bekannt, welche Maßnahmen Wissen und Verhalten von Kindern positiv beeinflussen können. Die Evaluation der Kindergarten-Aktion „Sonne(n) mit Verstand“ des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz untersuchte darum die Effektivität der Aktion.

Methoden: Die Evaluation erfasste Auswirkungen der Aktion auf Wissen und Verhalten der Kindergartenkinder bzgl. Sonnenschutz in einem Vorher-Nachher-Design. Hierzu wurden 100 Kindergartenkinder in 13 Kindergärten (Mädchen 53%; 5,01±0,82 Jahre) in persönlichen, standardisierten Interviews vor (t0) und 3-4 Wochen nach der Aktion (t1) befragt.

Ergebnisse: Das Wissen der Kinder über Gefahren der UV-Strahlung und Schutzmaßnahmen verbesserte sich durch die Aktion. Zu t0 nannten 76% der Kinder spontan „Sonnenbrand“ als Gefahr, zu t1 96% (p<0,001). Dass die Sonne mittags am stärksten scheint, wussten zu t0 22,4% und zu t1 50% (p<0,001). Insbesondere das Wissen der jüngeren Kinder verbesserte sich. Das Wissen um Sonnenschutzmaßnahmen stieg von t0 zu t1 bzgl. Sonnencreme (74% vs. 93%; p<0,001), Sonnenhut (37% vs. 76%; p<0,001), Sonnenbrille (17% vs. 49%; p<0,001), Sonnenschirm (13% vs. 52%; p<0,001) und T-Shirt (3% vs. 46%; p<0,001).

Das Sonnenschutzverhalten der Kinder verbesserte sich von t0 zu t1 teilweise. So verwendeten mehr Kinder im Kindergarten Sonnencreme (48,8% vs. 80,0%; p<0,001) und trugen einen Sonnenhut (77,8% vs. 89,8%; p<0,001). Beim Baden gaben zu t1 mehr Kinder als zu t0 an, sich meistens im Schatten aufzuhalten (19,6% vs. 54,6%; p<0,001). Auch erhöhte sich der Anteil der Kinder, die ein T-Shirt trugen (41,7% vs. 61,9%; p<0,05).

Schlussfolgerungen: Die Aktion konnte Wissen und teilweise Verhalten von Kindergartenkindern bzgl. Sonnenschutz verbessern. Aufklärung über Sonnenschutz im Kindergarten kann somit eine effektive Maßnahme zur Verbesserung von Wissen und Sonnenschutzverhalten bei Kindern sein.