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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Ein Beitrag zur sozialen Verteilung von Verkehrslärm. Untersuchungen aus den Städten Basel und Bern

Meeting Abstract

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  • Andreas Diekmann - ETH Zürich, Zürich
  • Reto Meyer - ETH Zürich, Zürich

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds066

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds066.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Diekmann et al.
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Gliederung

Text

In der neueren deutschsprachigen Literatur zu Umweltgerechtigkeit werden weitreichende Vorschläge zum Verständnis von Umweltgerechtigkeit präsentiert [3]. Für die Klärung der grundlegenden Forschungsfrage von Umweltgerechtigkeit, der ungleichen Verteilung von Umweltgütern und Umweltbelastung auf verschiedene soziale Gruppen ist die Datenlage im deutschsprachigen Raum aber weiterhin unzureichend. Vorliegender Beitrag soll mithelfen diese Lücke zu schliessen. Datenbasis bilden die Einwohnerbefragungen aus zwei grösseren Schweizer Städten (Basel und Bern). Die Verknüpfung der Befragungsergebnisse mit den Daten aus dem amtlichen Lärmkataster erlaubt eine punktgenaue Zuordnung der objektiven Lärmbelastung am Wohnort der befragten Personen. Mittels multivariater Regression wird der Zusammenhang der objektiven Lärmbelastung und verschiedenen Indikatoren für Sozialstatus berechnet sowie die Einflussfaktoren auf die subjektiv wahrgenommene Umweltqualität am Wohnort bestimmt. Sowohl für Basel und Bern lässt sich ein Zusammenhang zwischen Sozialstatus und Umweltbelastung am Wohnort aufzeigen, dieser variiert aber je nach Stadt und verwendeter Messung für sozialen Status. Eine klare Differenzierung der verschiedenen Indikatoren für Sozialstatus scheint notwendig zu sein, um die Prozesse, die zur ungleichen Verteilung von Umweltbelastung führen, unterscheiden zu können. Der Zusammenhang zwischen objektiver Lärmbelastung und subjektiver Belästigung ist Erwartungsgemäss robust, andere Variablen scheinen aber bei der Wahrnehmung von Umweltbelastung ebenfalls eine Rolle zu spielen.


Literatur

1.
Braun-Fahrländer C. Die soziale Verteilung von Umweltbelastungen bei Kindern in der Schweiz. In: Bolte G, Mielck A, Hrsg. Umweltgerechtigkeit. Die soziale Verteilung von Umweltbelastungen. Weinheim und München: Juventa; 2004. S. 155-73.
2.
Elvers HD, Bolte G, Borte M, Diez U, Kabisch S, Wichman HE, Herbarth O. Einflüsse der sozialen Lage auf die Wohnumwelt von Neugeborenen - Ergebnisse einer epidemiologischen Studie zu Renovierungsaktivitäten im Innenraum. In: Bolte G, Mielck A, Hrsg. Umweltgerechtigkeit. Die soziale Verteilung von Umweltbelastungen. Weinheim und München: Juventa; 2004. S. 117-38.
3.
Elvers HD. Umweltgerechtigkeit als Forschungsparadigma der Soziologie. Soziologie, Forum der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. 2007;1.
4.
Maschewsky W. Umweltgerechtigkeit, Public Health und soziale Stadt. Frankfurt; 2001.
5.
Mielck A, Heinrich J. Soziale Ungleichheit und die Verteilung umweltbezogener Exposition (Environmental Justice). Gesundheitswesen. 2002;64:405-16.