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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Prävention von Hautkrebs in Bayern – die Aufklärungskampagne „Sonne(n) mit Verstand – statt Sonnenbrand“

Meeting Abstract

  • Jutta Brix - Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, München
  • Alexander Steinmann - Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, München
  • Christine Eichhorn - Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften, Universität Bayreuth, Bayreuth
  • Julika Loss - Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften, Universität Bayreuth, Bayreuth
  • Dennis Nowak - Institut für Arbeits- und Umweltmedizin der LMU München, München
  • Matthias Volkenandt - Dermatologische und Allergologische Klinik der LMU München, München

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds046

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds046.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Brix et al.
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Gliederung

Text

Klimatologische Erkenntnisse zeigen auch in Bayern eine Zunahme der UV-Belastung in den letzten Jahrzehnten; eine Trendumkehr ist mittelfristig nicht zu erwarten. Gleichzeitig wird eine kontinuierliche Zunahme der Melanom-Inzidenz beobachtet, die jedoch primär auf das veränderte Freizeitverhalten zurückzuführen ist. Maßnahmen der Primär- und Sekundärprävention sind zur Reduzierung der Hauttumorinzidenz, besonders des malignen Melanoms, weiterhin erforderlich. In Bayern verfolgt die Aktion „Sonne(n) mit Verstand“ auf Landesebene seit 2000 diese Ziele. Diese Aufklärungskampagne wurde bereits zweimal mit positivem Ergebnis extern evaluiert. In Jahr 2006 wurden unter dem Jahresmotto „Sonnenschutz ist (k)ein Kinderspiel“ schwerpunktmäßig Kindergartenkinder und Familien mit Kindern angesprochen. Alle 6000 bayerischen Kindertagesstätten erhielten Informations- und Aktionsmittel (siehe http://www.sonne-mit-verstand.de). Für die Erzieherinnen wurde eine Arbeitsmappe erstellt, in der neben Hintergrundwissen z.B. zur Sonne oder zur Haut, ein Vortrag für den Elternabend, ein Elternbrief sowie umfangreiche Bastel-, Spiel- und Malvorlagen enthalten waren. Die Befragung der Kinder vor und nach der Sommeraktion hat gezeigt, dass gerade die Dreijährigen einen beeindruckenden Wissenszuwachs erhielten. Durch die Aktion wurden auch die Eltern selbst über die Erzieherinnen und ihre eigenen Kinder sensibilisiert. Die Erzieherinnen sollen jedes Jahr einzelne Bausteine der Handreichung spielerisch weiter nutzen. Obwohl entsprechend einer Evaluierung mittlerweile den Bürgern die Gesundheitsrisiken und Folgen der UV-Strahlung bekannt sind, bleibt das tatsächlich angewandte Schutzverhalten unzureichend. Gebräunte Haut ist immer noch Schönheitsideal und vermittelt scheinbar „gesundes Aussehen“. Gerade junge Menschen setzen sich - aus Unkenntnis – einem Gesundheitsrisiko aus, durch solare UV-Strahlung im Freizeitbereich, aber zunehmend auch durch Solarienbesuche. Ungefähr 20% der Minderjährigen suchen regelmäßig Sonnenbänke auf, ohne zu wissen, dass auch dadurch die Entstehung von Hautkrebs gefördert wird. Auf der aktuellen Wissensbasis hat die WHO empfohlen, dass Minderjähriger keine Sonnenbänke nutzen sollten. Die Primär- und Sekundärprävention von Schäden durch UV-Strahlung, d.h. nicht nur solare, bleibt daher wichtiges Ziel der Gesundheitsförderung in Bayern.