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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Der Einfluss genetischer Faktoren auf die soziale Ungleichheit bei Lipid- und Inflammationsmarkern

Meeting Abstract

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  • Klaus Berger - Universität Münster, Münster
  • Monika Stoll - Leibnitz Institut für Arterioskleroseforschung an der Universität Münster, Münster

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds031

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds031.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Berger et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Der Einfluss sozialer Faktoren ist für Risikofaktoren und manifeste Erkrankungen im Herz-Kreislauf-Bereich gut dokumentiert. Für diese Krankheitsgruppe sind andererseits eine Reihe genetischer Polymorphismen bekannt, die das Risiko manifester Krankheit oder Spiegel bekannter Risikomarker erhöhen. Studien, die soziale und genetische Einflussfaktoren gemeinsam analysieren sind selten. Wir untersuchten inwieweit eine bestehende, soziale Ungleichheit in den Spiegeln des Inflammationsmarkers CrP sowie des Gesamt- und HDL-Cholesterins durch bekannte, spiegelbeeinflussende, genetische Faktoren erklärt werden kann.

Design und Methodik: In der Dortmunder Gesundheitsstudie wurden 1.312 Einwohner/-innen der Stadt untersucht. Risikofaktoren für verschiedene Erkrankungen, Morbiditäten und soziale Faktoren wurden in Interviewform erhoben. Eine Blutentnahme erfolgte bei 1159 Teilnehmer/innen, der Winkler-Schicht-Index wurde für alle berechnet. Die CrP, HDL- und Gesamt-Cholesterinbestimmungen erfolgten nach etablierten Methoden in einem zertifizierten Labor. Die Genotypisierungen für die Apolipoprotein-E4, Cholesteryl Ester Transfer Protein-Taq IB und CRP_2667 Polymorphismen erfolgten an der Universität Münster. Multivariable, lineare Regressionsmethoden wurden in der Analyse benutzt.

Ergebnisse: Nach Kontrolle für Alter und Geschlecht war der Schichtstatus (Unter-, Mittel-, Oberschicht) signifikant invers mit dem HDL- und dem (log) CrP-Spiegel assoziiert. Die Beziehung zum Gesamtcholesterin wurde durch Alter und Geschlecht erklärt. Der Apo-E4 und der CETP-Genotyp waren signifikant positiv zu den entsprechenden Biomarkern Cholesterin und HDL, der CrP Polymorphismus invers und grenzwertig signifikant zum CrP assoziiert. Im multivariablen Modell waren soziale Schicht und entsprechender Genotyp signifikante, unabhängige und positive Einflussfaktoren auf den HDL- und, invers, auf den CrP-Spiegel. Der Anteil erklärter Varianz war beim HDL höher für den Genotyp, beim CrP ausgeprägter für die soziale Schicht.

Schlussfolgerungen: Soziale Schicht ist für zwei der untersuchten drei Biomarker, unabhängig von spiegeldeterminierenden Genotypen, ein Einflussfaktor auf den Serumspiegel. Soziale Ungleichheit in den HDL und CrP Spiegeln werden nicht durch Alter, Geschlecht oder die untersuchten Genotypen erklärt, wohl aber für das Gesamtcholesterin.