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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Neue Wege in der Prävention durch Telemonitoring: drahtloses Schlafmonitoring als Screeninginstrument der Schlafapnoe und assoziierter Störungen

Meeting Abstract

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  • Rainer Beckers - ZTG GmbH, Krefeld
  • Claudia Hornberg - Universität Bielefeld, Bielefeld

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds027

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds027.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Beckers et al.
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Gliederung

Text

Einleitung/Hintergrund: Aus Sicht der Medizininformatik besteht ein großer Bedarf Telemonitoring, neben dem derzeitigen tertiärpräventiven Einsatz, auch als Instrument für bevölkerungsbezogene, präventive Strategien zu verwenden. Der Fokus liegt dabei auf dem Ausbau von Telemonitoring als Screeninginstrument im Sinne einer Sekundärprävention.

Vor diesem Hintergrund entwickelt die ZTG GmbH im Rahmen eines EU-Projektes - unter Beteiligung internationaler Experten aus Wissenschaft, Medizin und Technologieentwicklung (Universität Bielefeld, University College Dublin, Centro Technologico de la Informacion y la Communicaion, Hospital Universitario Marques de Valdecilla) - mögliche Anwendungsszenarien.

Besondere Aufmerksamkeit genießt dabei das drahtlose Schlafmonitoring.

Ziel ist es, konkrete Nutzungsmöglichkeiten und umsetzungsfähige Strategien für die Etablierung des sekundärpräventiven Telemonitorings beispielhaft zu beschreiben.

Material und Methoden: In dem Projekt wird von den Partnern aus Irland und Spanien ein innovatives Gerät für das Homemonitoring des Schlafes getestet und unter medizinischen Gesichtspunkten, wie z.B. Datenqualität und diagnostische Aussagekraft, ausgewertet. Parallel dazu wird in Deutschland mit Trägern von telemedizinischen Servicezentren der Einsatz des Gerätes auf Basis dieser Ergebnisse diskutiert. Unterstützt und fortgeführt wird dieses Vorgehen durch eine Konzeptbildung für präventives Telemonitoring, eine Analyse der Studienlage zum präventiven Monitoring und einer gesundheitsökonomischen Analyse der Implementierungsbedingungen als Public Health-Strategie.

Ergebnisse: Die Technologie erfüllt offensichtlich die notwendigen klinischen Ansprüche. Der Vorteil des drahtlosen Schlafmonitorings im häuslichen Umfeld wird vor allem darin gesehen, dass Schlafstörungen zwar leicht von den Patienten wahrgenommen werden, die Detektion der Schlafapnoe aber ein komplexer Vorgang ist. Drahtloses Monitoring birgt gegenüber Schlaflaboren möglicherweise den Vorteil, dass die Beobachtung kostengünstiger und über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden kann und zudem realitätskonforme Ergebnisse liefert.

Diskussion/Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das drahtlose Schlafmonitoring als Screeninginstrument für Risikogruppen, begleitet durch einen Arzt, grundsätzlich geeignet ist. Es sollte allerdings zwingend eine konsistente Implementierungsstrategie ausgearbeitet werden, die die ökonomischen Rahmenbedingungen für eine solche Anwendung berücksichtigt. Präventives Telemonitoring wird voraussichtlich neue epidemiologische Erkenntnisse zu Schlafstörungen bieten.