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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Hat die Entbindungsklinikgröße einen Einfluss auf die frühe neonatale Mortalität sehr kleiner Frühgeborener?

Meeting Abstract

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  • Dorothee B. Bartels - Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
  • Paul Wenzlaff - Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen, Hannover
  • Christian F. Poets - Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Abt. Neonatologie, Tübingen

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds021

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds021.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Bartels et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Hochrisikoschwangere sollen zur optimalen Versorgung antenatal in spezialisierte Zentren (Level 1) verlegt werden. Nach einem aktuellen Beschluss des gemeinsamen Bundesausschusses werden Level für Entbindungs- und Frühgeborenenstationen nach Struktur- und Aufnahmekriterien, nicht aber nach Fallzahlen definiert. Ziel war zu untersuchen, ob die Anzahl der jährlichen Entbindungen einen Einfluss auf die frühe neonatale Mortalität sehr kleiner Frühgeborener (FG) hat.

Methoden: Peri- und Neonataldaten aus dem Bereich der Qualitätssicherung von allen FG mit einem Reifealter von 24-30 Wochen, geboren 1991-99 in Niedersachsen, wurden analysiert. Als große Kliniken galten Entbindungskliniken mit >1000 Geburten und Frühgeborenenstationen mit >=36 Aufnahmen von FG <1500g/Jahr. Outcome-Kriterium war die neonatale Mortalität in der ersten Lebenswoche. Adjustierte odds ratios (adj. OR) und 95% Konfidenzintervalle (KI) wurden basierend auf Generalized Estimating Equation (GEE) Modellen berechnet.

Ergebnisse: Innerhalb der ersten Lebenswoche verstarben 20,6% aller FG (n=5083), 10,2% waren Totgeburten, 3,7% starben in der Entbindungs- und 6,7% in der Kinderklinik.

Das OR für das Versterben von FG in kleinen Entbindungskliniken (ohne Totgeburten) war 1,36 (95% KI 1,04-1,78; adjustiert 1,16 (0,82-1,63)). Wurden Totgeburten eingeschlossen, so betrug das OR 1,96 (95% KI 1,54-2,48; adjustiert 1,21 (0,86-1,70)).

Schlussfolgerung: Es besteht eine schwache, statistisch nicht signifikante Assoziation zwischen der jährlichen Geburtenanzahl und der frühen neonatalen Mortalität von FG. Folgestudien sollten eine potentielle Assoziation unter Referenzierung auf die jährliche Anzahl von Risikogeburten und mit höheren Cutoff-Werten untersuchen.