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51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (gmds)

10. - 14.09.2006, Leipzig

Primärärztliche Informatik – eine neue (Sub-)Disziplin?

Meeting Abstract

  • Horst Christian Vollmar - Universität Witten/Herdecke, Witten
  • Jochen Gensichen - Universität Frankfurt, Frankfurt
  • Andreas Sönnichsen - Universität Salzburg, Salzburg
  • Uta-Maria Waldmann - Universität Ulm, Ulm
  • Christina Niederstadt - Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), Berlin

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (gmds). 51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Leipzig, 10.-14.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06gmds370

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2006/06gmds357.shtml

Veröffentlicht: 1. September 2006

© 2006 Vollmar et al.
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Gliederung

Text

In den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden die Besonderheiten beim Einsatz der Informationstechnologie in der Primärversorgung beschrieben [1], [2]. Eine Etablierung im Sinne einer eigenen Entität erfolgte für die primärärztliche Informatik (PCI) jedoch erst in den letzten Jahren [3], [4], ][5].

Laut der Definition von de Lusignan ist PCI „die wissenschaftliche Analyse von Daten, Informationen und Wissen und wie diese modelliert, verarbeitet oder aufbereitet werden können, um Gesundheit zu fördern und patientenzentrierte Primarversorgung bereitzustellen. Ihre Methoden reflektieren das biopsychosoziale Model der primären Gesundheitsversorgung und die longitudinalen Beziehungen zwischen Patienten und den Gesundheitsberufen. Dies geschieht in einem Kontext, in dem sich Patienten mit unstrukturierten Problemen bei speziell ausgebildeten Primärversorgern vorstellen, die in ihrer Beratung einen heuristischen Ansatz bei der Entscheidungsunterstützung verwenden“ [4]. Sie definiert sich also wissenschaftlich und als eine Subspezialität der Medizinischen Informatik unter Berücksichtigung der ambulanten Versorgungssituation. Ihr Spektrum reicht vom Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte, über Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung und Systemen zur Unterstützung der ärztlichen Entscheidung [5]. Wichtig ist ihre Schlüsselrolle in der intersektoralen Kommunikation und der Versorgungsforschung, z.B. über den Datenaustausch via BDT-Schnittstellen. PCI kann zudem eine Rolle spielen, wenn es darum geht, effiziente (E-Learning)-Fortbildungen für Hausärzte (CME, CPD) und andere Gesundheitsberufe zu entwickeln und zu implementieren [6].

Fazit

PCI versucht die spezifischen Belange der hausärztlichen und ambulanten Medizin durch einen gezielten Einsatz von Methoden der Medizininformatik zu berücksichtigen und zu unterstützen. In Projekten der Versorgungsforschung kommt der PCI eine Schlüsselrolle zu und wird zu einer verstärkten Nachfrage entsprechender Spezialisten führen.


Literatur

1.
Hall LM. Heatlh informatics in General Practice, in Health Informatics: An Overview, E. Hovenga, M. Kidd, and B. Cesnik, Editors. 1996, Churchill Livingstone: Australia.
2.
Mitchell E, Sullivan F. A descriptive feast but an evaluative famine: systematic review of published articles on primary care computing during 1980-97. Bmj, 2001. 322(7281): p. 279-82.
3.
Hayes G. Health informatics professionalism in primary care. Inform Prim Care, 2003. 11(1): p. 1-3.
4.
de Lusignan S. What is primary care informatics? J Am Med Inform Assoc, 2003. 10(4): p. 304-9.
5.
Teasdale S. A review of Primary Care Informatics: past progress, present reality, future prospects., in Yearbook of Medical Informatics 2005. Ubiquitous Health Care Systems., R. Haux and C. Kulikowski, Editors. 2005, Schattauer Verlagsgesellschaft Stuttgart. p. 139-147.
6.
de Lusignan S, Lakhani M, Chan T. The role of informatics in continuing professional development and quality improvement in primary care. J Postgrad Med, 2003. 49: p. 163-5.