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51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (gmds)

10. - 14.09.2006, Leipzig

Flächendeckender Einsatz von Sprachverarbeitung im Universitätsklinikum des Saarlandes: Datenschutz und Patchmanagement

Meeting Abstract

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  • Holger Carstensen - Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg
  • Dieter Geib - Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (gmds). 51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Leipzig, 10.-14.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06gmds332

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2006/06gmds348.shtml

Veröffentlicht: 1. September 2006

© 2006 Carstensen et al.
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Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung

Zur Optimierung der Befund- und Arztbriefschreibung hat sich das Universitätsklinikum des Saarlandes im Jahre 2003 entschieden, digitales Diktieren und Spracherkennung einzuführen. Nach einer umfangreichen Marktanalyse entschied sich das Klinikum für die digitale Diktierlösung MBS-easy der Firma Kuhlmann-Informations-Systeme und die in dieses System integrierte Spracherkennung SpeechMagic von Philips. Dabei hat es sich – wie auch in anderen Projekten - gezeigt, dass Software, die in Arztpraxen und kleineren Krankenhäusern zufrieden stellend eingesetzt werden kann, den Sicherheits- und Administrationsanforderungen größerer Kliniken bei weitem nicht genügt. Der Zugriff auf die Daten erfolgt oft filebasiert, es fehlen eine hierarchische Benutzerverwaltung und ein zentrales Patchmanagement.

Vorgehensweise

Im Rahmen eines Projektes wurden die Forderungen formuliert, die den klinikübergreifenden Einsatz ermöglichen sollten:

  • Es sind immer nur die Diktate bzw. Dokumente der eigenen Klinik/Abteilung sichtbar. Der Arzt hat nur Zugriff auf seine eigenen Diktate, eine Schreibkraft auf die Diktate der eigenen Klinik/Abteilung.
  • Innerhalb einer Klinik/Abteilung ist eine Untergruppe möglich (z.B. Chefarzt mit Sekretärin), deren Diktate und Dokumente für alle anderen Mitarbeiter nicht sichtbar sind.
  • Das Einspielen von Updates muss zentral erfolgen können. Der angemeldete Clientbenutzer darf keine administrativen Rechte benötigen.

Ergebnisse

Seit Mitte 2005 steht nun eine Version der Software zur Verfügung, die allen Sicherheitsanforderungen genügt und sogar vom „Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein“ durch das Datenschutz-Gütesiegel zertifiziert wurde. Nachdem zu Beginn des Projektes pro Klinik ein eigener Server betrieben werden musste, konnte jetzt MBS-easy zusammen mit der Spracherkennungssoftware Speech-Magic auf einem zentralen Server installiert werden. Integriert in das Krankenhausinformationssystem SAP IS-H/i.s.h.med nutzen inzwischen ca. 500 Ärzte die digitale Befund- und Arztbriefschreibung, wobei etwa die Hälfte der Anwender Spracherkennung einsetzt. Die Ärzte erhalten die Befunde schneller, sie sind unabhängiger von der Verfügbarkeit einer Schreibkraft, Korrekturdurchläufe wurden reduziert. Die Schreibkräfte arbeiten produktiver, durch die automatische Erkennung der medizinischen Terminologie treten - insbesondere bei Urlaubs- und Krankheitsvertretungen - weniger Fehler auf.