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51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (gmds)

10. - 14.09.2006, Leipzig

ELWIS-MED – Ein fakultätsweites Konzept zur Implementierung von eLearning in der medizinischen Aus-, Fort- und Weiterbildung

Meeting Abstract

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  • Kai Sostmann - Charité-Universitätsmedizin Berlin, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (gmds). 51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Leipzig, 10.-14.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06gmds407

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2006/06gmds222.shtml

Veröffentlicht: 1. September 2006

© 2006 Sostmann.
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Gliederung

Text

Einleitung

Im Rahmen des Förderprogramms „E-Learning-Dienste für die Wissenschaft“ des BMBF wird seit Mai 2005 mit dem Projekt ELWIS-MED (FKZ 01|05005 - eLearning-Wissensvermittlung in der Medizin), ein fakultätsweites Konzept zur Implementierung von eLearning in den regulären Lehrbetrieb einer medizinischen Fakultät gefördert. Im Rahmen der ersten Förderlinie „Neue Medien in der Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung [1] konnten umfangreiche Erfahrungen in der Entwicklung von eLearning-Anwendungen für die medizinische Lehre gesammelt werden. In einer Reihe von Pilotprojekten wurde deren Einsatz in beiden medizinischen Curricula der Charité erprobt [2], [3]. Basierend auf diesen Erfahrungen, werden in ELWIS-MED Transferprozesse auf allen Ebenen der Aus-, Fort- und Weiterbildung für die Implementierung von eLearning-Kompetenzen in die einzelnen Fachbereiche und Studiengänge der Charité entwickelt und umgesetzt.

Ziele

Ziele des Projektes sind die nachhaltige Implementierung von eLearning als Instrument der Wissensvermittlung in der medizinischen Aus-, Fort- und Weiterbildung. Die curriculare Integration der neuen Lehr- und Lerntechnologien in die Präsenzlehre der Charité als Blended-Learning-Szenarien soll bis zum Jahr 2010 auf mindestens 15 Prozent gesteigert werden.

Konzeption

In acht wechselnden Fachbereichen werden e-TrainerInnen als zentrale BeraterInnen eingesetzt. Mit Ihrer Hilfe erfolgt der Transfer von eLearning-Know-how auf den Lehrkörper der einzelnen Fachbereiche; neben den humanmedizinischen Fachbereichen, gehören hierzu die postgradualen Studiengänge. Zur Unterstützung der Personalentwicklung ist eine eTrainerin im Bereich Changemanagement/Personal angesiedelt. Die Lehrkräfte in den einzelnen Bereichen werden beratend in der Umsetzung von Blended-Learning-Szenarien unterstützt. Best-Practice-Beispiele dienen als Promotor dieser Entwicklung. Eine nachhaltige Nutzung der eingesetzten eLearning-Werkzeuge wird durch deren curriculare Integration gewährleistet. Fakultätsweit sollen eLearning-Beauftragte den flächendeckenden Einsatz von eLearning gewährleisten.

Umsetzung

Die eLearning-gestützten Lehr- und Lernszenarien werden unter Einbezug der kognitiven und anwendungsbezogenen Lernziele der Lehrveranstaltungen konzipiert. Bedingt durch den engen Rahmen, den die ärztliche Approbationsordnung setzt, liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung von Blended-Learning-Szenarien. Der Zugang zu den Kursmaterialien und -modulen wird über die Lernplattform (©Blackboard) der Charité gewährleistet. Auf der personellen Ebene werden für wissenschaftliche MitarbeiterInnen im Rahmen einer hochschuldidaktischen Weiterbildung verpflichtende Module zur Einführung in die Curriculumstruktur und in die neuen Lehr- und Lernprozesse entwickelt.

Die Entwicklung und Implementierung begleitende Qualitätssicherung der eLearning-Module bietet einen mehrstufigen Evaluationsprozess an. Ziel ist die urheberrechtliche eindeutige und methodisch-didaktische einheitliche Gestaltung der Szenarien. Die Orientierung an nationalen und internationalen Normen (DIN: PAS 1032-1, SCORM, AICC) soll die Wiederverwendbarkeit der Module im Rahmen späterer Geschäftsmodelle ermöglichen. Während der Konzeptionsphase der Szenarien sichert das Qualitätsmanagement die Berücksichtigung gendersensitiver Kriterien.

Von der Fakultät wird der Prozess durch Etablierung von Anreizsystemen im Bereich der leistungsorientierten Mittelvergabe und einem Förderprogramm eLearning unterstützt. Zentral wird von der Fakultät der Arbeitsbereich eLearning vorgehalten. Hier werden alle zentral notwendigen technischen Dienstleistungen, wie die Pflege des LMS, die Bereitstellung von Autorensystemen und Mediendiensten zusammengefasst.


Literatur

1.
BMBF Kursbuch elearning 2004 Produkte aus dem Förderprogramm – Medizin. Hrsg. DLR-Projektträger - Neue Medien in der Bildung + Fachinformation, S. 214-266.
2.
Sostmann K, Schnabel KP. Drei Jahre Integration Drittmittel-geförderter Multimedia-Projekte in das Modellprojekt Reformstudiengang Medizin, Berlin; 8. Workshop Multimedia für Bildung und Wirtschaft; Technische Universität Ilmenau; Tagungsband S. 11-16, ISSN. 1436-4492.
3.
Sostmann K, Schnabel KP, Gaedicke G. Einsatzformen multimedial unterstützten Lernens im pädiatrischen Unterricht der Charité. KHP 13.3, 2004, 100. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Berlin Abstractband. S. 184. 2004, Supplement Monatsschrift Kinderheilkunde.