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51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (gmds)

10. - 14.09.2006, Leipzig

Klassifikationen im standardisierten Gewand - XML-Schema für medizinische Klassifikationen

Meeting Abstract

  • Stefanie Weber - DIMDI, Köln
  • Susanne Bröenhorst - DIMDI, Köln
  • Egbert Van der Haring - Medical Informatics UMCN, Nijmegen
  • Huib Ten Napel - WHO-FIC Collaborating Centre, Bilthoven
  • Michael Schopen - DIMDI, Köln

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (gmds). 51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Leipzig, 10.-14.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06gmds245

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2006/06gmds185.shtml

Veröffentlicht: 1. September 2006

© 2006 Weber et al.
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Gliederung

Text

Die Pflege der medizinischen Klassifikationen, wie zum Beispiel ICD-10 (International Classification of Diseases 10th Revision) und ICF (International Classification of Functioning and Disability), erfolgt international seit vielen Jahren elektronisch. Über die Jahre haben sich in verschiedenen Ländern unterschiedliche Dateiformate etabliert, die nicht immer kompatibel sind. Die im Rahmen der Weiterentwicklung der Klassifikationen durch das Netzwerk der Klassifikationszentren der WHO (World Health Organisation) benötigte Zusammenführung der Klassifikationen in verschiedenen Sprachvarianten und Versionen wurde durch diese Formatunterschiede nahezu unmöglich. Unter anderem aus diesem Grunde hat sich das Netzwerk der Klassifikationszentren zu der Diskussion eines entsprechenden Standards entschlossen.

International hat XML (Extensible Markup Language) in den letzten Jahren immer weiter an Bedeutung gewonnen und ist durch unzählige Einsatzmethoden zu einem flexiblen und gut handhabbaren Standard geworden, der durch das W3C (World Wide Web Consortium) international einheitlich gehalten wird.

Auf Basis von XML ist an der Universität von Nijmegen gemeinsam mit dem niederländischen WHO-Kollaborationszentrum für Medizinische Klassifikationen über die letzten Jahre ein Standard zur Pflege von verschiedenen Klassifikationen entwickelt worden: ClaML (Classification Markup Language). Dieser wurde im CEN (European Committee for Standardization) als Technische Spezifikation angenommen und befindet sich nun auf dem Weg zu einer europäischen Norm [1].

Die Entwickler von ClaML und DIMDI haben diese „CEN-Technical-Specification“ weiterentwickelt, um alle Anforderungen der medizinischen Klassifikationen in Bezug auf Pflege und Abgabeformate zu erfüllen. Insbesondere wurden dabei die amtlichen Klassifikationen aus Deutschland betrachtet (ICD-10-GM und OPS (Operationen- und Prozedurenschlüssel)). Weiterhin hat aber DIMDI im Rahmen seiner Stellung als Kollaborationszentrum für Medizinische Klassifikationen der WHO auch andere internationale medizinische Klassifikationen betrachtet und deren Pflege in dem neuen Standard berücksichtigt. Diese Weiterentwicklung ist auch in den CEN-Standardisierungs-Prozess eingeflossen [2].

Das von DIMDI in Zusammenarbeit mit den Niederlanden auf Basis von ClaML entwickelte XML-Schema wurde auf der Jahrestagung 2005 der WHO-Kollaborationszentren für medizinische Klassifikationen vorgestellt und mit großer Zustimmung aufgenommen [3]. Es wurde beschlossen in Zukunft medizinische Klassifikationen in diesem standardisierten Format vorzuhalten und so einen Austausch zwischen den Zentren und der WHO zu ermöglichen bzw. zu erleichtern. Zentren, die ihre Klassifikationen in anderen Formaten vorhalten, wurden ermutigt, eine Ex- und Importfunktion in ihre Systeme zu implementieren, die eine Überführung in ClaML automatisiert und so jederzeit ermöglicht. In einzelnen Zentren wurde dies bereits begonnen.

DIMDI hat ebenfalls begonnen, seine Klassifikationen in das neue Format umzusetzen. Eine Datenhaltung und -pflege in XML wird angestrebt und soll in Zukunft die bisherige sehr komplexe SGML-Datenhaltung ersetzen. In diesem Zusammenhang ist es geplant, XML als ein standardisiertes Abgabeformat für die Nutzer bereitzustellen. Da dies insbesondere für Softwareentwickler und andere Anwender der Klassifikationen eine Umstellung ihres Importes im Jahr 2007 bedeuten kann, plant DIMDI in Kürze entsprechende „Probedaten“ für die Anwender anzubieten und somit ausreichend Zeit für eine Umstellung zu geben.


Literatur

1.
CEN/TS 14463 Health Informatics - A syntax to represent the content of medical classification systems. Brussels: CEN; 2002.
2.
ClaML. A standard for the electronic publication of classification coding schemes. MIE2006. eingereicht.
3.
Executive Summary des WHO-FIC-Network Meetings 2005. http://www.who.int/classifications/network/meeting2005/en/index.html.