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51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (gmds)

10. - 14.09.2006, Leipzig

Control Charts statt League Tables – eine Methode zur Abbildung von Lernprozessen und Veränderungsdynamik im Rahmen von Qualitätssicherungsprojekten

Meeting Abstract

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  • Karl Wegscheider - Universität Hamburg, Hamburg
  • Eik Vettorazzi - Universität Hamburg, Hamburg
  • Jan Felix Kersten - Universität Hamburg, Hamburg

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (gmds). 51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Leipzig, 10.-14.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06gmds395

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2006/06gmds129.shtml

Veröffentlicht: 1. September 2006

© 2006 Wegscheider et al.
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Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung

Zum Zwecke der Qualitätssicherung werden zwischen Krankenhäusern, Abteilungen und Chirurgen maßnahmenbezogene Komplikationsraten verglichen. Der Vergleich erfolgt häufig in Form von Rankings in sogenannten League Tables (Ligatabellen). Diese Darstellungsform betont den sportlichen Aspekt solcher Vergleiche, gibt jedoch sowohl die statistische Ungenauigkeit als auch die Veränderungen mit der Zeit und damit die in den Einreichungen ablaufenden Lernprozesse nicht angemessen wieder.

Material und Methoden

Als Alternative zu den League Tables werden in [1] Control Charts, eine aus der Qualitätssicherung in der Fertigungstechnik entlehnte Methodik, vorgeschlagen. Diese Darstellungsform erlaubt es, die Entwicklung von Raten oder Mittelwerten vor dem Hintergrund stichprobenumfangsabhängiger Toleranzbereiche zu lesen. Die Darstellungsform hat eine lange Tradition in der Technometrie, wird aber im Rahmen von Qualitätsvergleichen bisher kaum eingesetzt. Die Darstellung lässt sich unabhängig von dem im Einrichtungsvergleich zugrunde gelegten Outcome, sowie der gewählten Adjustierungsmethode und dem eingesetzten Schätzverfahren nach Durchführung der statistischen Analyse problemlos zum Zwecke der Ergebnispräsentation verwenden. Im Detail sind verschiedene Darstellungsformen möglich, die die Betonung auf jeweils andere Aspekte der Veränderungsdynamik legen.

Ergebnisse

Im Beitrag werden an einem Beispiel der Einsatz von Ligatabellen und verschiedenen Formen von Control Charts demonstriert, Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten erörtert sowie Einsatzmöglichkeiten in der Chirurgie diskutiert.

Diskussion

Control Charts ermöglichen es, Lernprozesse und Dynamik im Rahmen von Einrichtungsvergleichen abzubilden. Sie ermöglichen damit ein schnelleres Feedback und eine veränderte Perzeption des Erfolges von Qualitätssicherungsmaßnahmen als herkömmliche Darstellungsformen.


Literatur

1.
Tekkis PP, McCulloch P, Steger AC et al. Mortality control charts for comparing performance of surgical units: validation study using hospital mortality data. BMJ. 2003; 326: 786-790.