gms | German Medical Science

50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds)
12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (dae)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie

12. bis 15.09.2005, Freiburg im Breisgau

Ausbildung im Querschnittsbereich "Epidemiologie, Medizinische Biometrie und Medizinische Informatik" an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig

Meeting Abstract

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  • Bettina Hentschel - Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Leipzig

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. Freiburg im Breisgau, 12.-15.09.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05gmds426

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2005/05gmds516.shtml

Veröffentlicht: 8. September 2005

© 2005 Hentschel.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die neue Approbationsordnung für Ärzte vom 27.6.2002 wurde an der Medizinischen Fakultät der Leipziger Universität im Wintersemester 2003/04 eingeführt. Dem vorausgegangen war ein mehrstufiger intensiver Diskussionsprozess zur Konzeption und Ausgestaltung der Lehrveranstaltungen. Alle an der Lehre beteiligten Institute und Kliniken waren in die Diskussion, deren Ergebnisse in der im Wintersemester 2003/04 erlassenen Studienordnung ihren Niederschlag fanden, einbezogen. Der Querschnittsbereich (QB) „Epidemiologie, Medizinische Biometrie und Medizinische Informatik“ wird im ersten klinischen Semester angeboten und wurde erstmals im WS 2004/05 durchgeführt.

Rahmenbedingungen

Pro Studienjahr werden im QB 20 Kursgruppen zu je 15-18 Studenten durch das IMISE ausgebildet. Der QB umfasst 28 Stunden (je 45 min) Vorlesung und 18 Stunden Übung. Die Ausbildung erfolgt in einem 2-wöchigem Blockkurs. Die Hälfte der Studenten absolviert den Blockkurs im Oktober, die andere Hälfte im Dezember. Vormittags werden 3 bzw. 4 Stunden Vorlesungen gehalten. Jeweils am Nachmittag des selben Tages werden die Inhalte der Vorlesung in einer 2-stündigen Übung nachbereitet und diskutiert. Die Übungen sind anwesenheitspflichtig, 2 Fehlstunden sind möglich. Begleitend zur Vorlesung und zu den Übungen können die Studenten gegen einen Unkostenbeitrag das Skriptenheft „Methodensammlung zur Auswertung klinischer und epidemiologischer Daten“ des IMISE erwerben. Die Folien zu den Übungen sind online verfügbar. In einigen Übungen werden Übungsblätter ausgeteilt. Am Ende der Blockveranstaltung findet eine Evaluation der Lehrveranstaltung durch die Studenten statt. Am letzten Tag der 2. Woche des Blockkurses wird eine 2-stündige Klausur geschrieben. Zur Klausur können Unterlagen (Mitschriften, Skripte, Bücher) benutzt werden.

Lehrziele

Entsprechend der Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft der Fachvertreter für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, wurden die Lehrziele dahingehend ausgerichtet, dass die Ausbildung im QB die Studenten zu einer kritischen Beurteilung ärztlichen Handelns, publizierter Daten und Studienergebnisse sowie zum Umgang mit modernen Werkzeugen der Informationstechnologie befähigt. Es werden methodische Grundkenntnisse vermittelt, die sich an den Erfordernissen der ärztlichen Praxis (Diagnostik, Therapie) orientieren. Bei der Auswahl der Methoden und Art der Vermittlung wurde darauf geachtet, dass der Bezug zum ärztlichen Alltag erkennbar und genügend Raum für Diskussion ist. Der Schwerpunkt in den Übungen liegt auf der Diskussion methodischer und konzeptioneller Aspekte sowie der Interpretation erhaltener Ergebnisse. Der QB ist gegliedert in die Abschnitte Medizinische Biometrie / Epidemiologie mit einem Umfang von 22 Vorlesungsstunden und 16 Übungsstunden und Medizinische Informatik mit 6 Vorlesungs- und 2 Übungsstunden. Themen der Übungen (jeweils Doppelstunden) sind:

Übung 1: Diagnostik und Behandlungsstrategien
Übung 2: Deskription (Statist. Maßzahlen, Grafische Darstellung)
Übung 3: Beurteilung einer Stichprobe (Effektschätzer, Konfidenzintervall)
Übung 4: Zusammenhänge zweier Merkmale (Risikomaße, Korrelation, Regression)
Übung 5: Klinische Therapiestudien (Teil A) / Planung und Durchführung
Übung 6: Klinische Therapiestudien (Teil B) / Auswertung – Statistische Tests
Übung 7: Umgang mit zensierten Daten
Übung 8: Kritisches Lesen u. Bewerten von Publikationen am konkreten Beispiel
Übung 9: Klinischer EDV-Arbeitsplatz, Klassifikation u. Verschlüsselung (am PC)

Erfahrungen

Aus organisatorischen Gründen wurde der QB erstmalig im WS 2004/05, abweichend von der geplanten Vorgehensweise, für das 5. Semester (Blockkurs) und für das 8.Semester (nicht als Blockkurs) durchgeführt. Die Durchführung des QB als Blockveranstaltung wird insgesamt sowohl von den Studenten als auch von den Übungsleitern als positiv eingeschätzt. Die Vorteile werden darin gesehen, dass sich die Studenten über eine längere Zeit, ohne dass diese durch andere Lehrveranstaltungen unterbrochen wird, mit den Themen des QB befassen können. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass es den Studenten leichter fällt, auf Wissen vorhergehender Übungsstunden zurückzugreifen und Zusammenhänge herzustellen. Der Kontakt zu den Studenten ist enger, und es ist damit einfacher Problemfelder zu erkennen bzw. auf bestimmte Themen intensiver einzugehen. Es hat sich aber auch gezeigt, dass es notwendig ist, die aktive Beteiligung der Studenten weiter zu fördern. Es ist geplant, den Studenten z.B. durch Kurzreferate und mehr Übungsaufgaben die Möglichkeit zu geben, sich intensiver mit den einzelnen Themen zu beschäftigen und sich besser auf die Übungsstunden und die Klausur vorzubereiten.

Das IMISE bietet in der Vorklinik das Wahlfach „Einführung in die Medizinische Informatik“ an. Es ist geplant im 9.Semester ein Wahlfach zum Thema „Klinische Studien“ durchzuführen.