gms | German Medical Science

50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds)
12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (dae)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie

12. bis 15.09.2005, Freiburg im Breisgau

Der Krankenhausmarkt im Umbruch. Kliniken im Spannungsfeld von Kooperationen, Fusionen und Privatisierungen

Meeting Abstract

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  • Christian Schmidt - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel
  • U. Hesslau - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel
  • T. Gabbert - HSH Guldme Corporate Finance GmbH, Hamburg

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. Freiburg im Breisgau, 12.-15.09.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05gmds626

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2005/05gmds499.shtml

Veröffentlicht: 8. September 2005

© 2005 Schmidt et al.
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Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung

Der Gesundheitsmarkt in Deutschland befindet sich unter starkem ökonomischem Druck. Hiervon ist insbesondere der Markt der Akutkrankenhäuser betroffen, der mit einem Marktvolumen von 50 Mrd. Euro etwa 5% des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet. Ursachen für die Finanzsituation sind in sinkenden Mittel der staatlichen Krankenhausförderung und steigendem Investitionsbedarf zu finden. Daraus resultiert ein Wettbewerbsnachteil öffentlicher Trägerschaften gegenüber privaten Krankenhausträgern, die sich auf Grund Ihrer Rechtsform Mittel über den Kapitalmarkt beschaffen können. Dies hat zu einer steigenden Anzahl von Privatisierungen, Fusionen und Übernahmen öffentlicher Krankenhäuser geführt. Käufer sind neben privaten Krankenhausträgern neuerdings auch strategische Investoren und Finanzinvestoren, da große Krankenhausketten mit dem Betrieb Ihrer Häuser Profite erwirtschaften.

Material und Methoden

Im Rahmen einer Analyse des Krankenhausmarktes wurden relevante Investoren, die Privatisierungen, Übernahmen und Beteiligungen von Krankenhäusern im Zeitraum von 1999-2004 getätigt haben ermittelt. Dazu wurden neben internetbasierten Suchmaschienen (google, altavisat, msn) Berichte von Unternehmensberatungen und Banken herangezogen. Ferner wurde mit Hilfe von Medline nach den Begriffen „Krankenhausmarkt, Privatisierung, Investoren und Deutschland“ nach Studien gesucht. Die Markteilnehmer wurden nach Größe der erworbenen Targets und regionalen Präferenzen kategorisiert.

Ergebnisse

Die Untersuchung zeigte, dass neben Krankenhausketten auch strategische Investoren und Finanzinvestoren in zunehmendem Maße im Krankenhausmarkt tätig sind. Dabei ist insbesondere bei privaten Krankenhausketten eine Fokussierung auf bestimmte Krankenhausgrößen und Regionen zu beobachten, die eine Clusteranalyse ermöglicht. Darüber hinaus ist zu beobachten, dass allein stehende Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft von Privatisierungen überproportional stark betroffen sind und Krankenhäuser in frei-gemeinnütziger Trägerschaft die Wettbewerbsfähigkeit durch Fusionen und Kooperationen zu erhöhen versuchen.

Lösungsansatz

Die Analyse liefert wertvolle Informationen zur Abschätzung potentieller Investoren bei geplanter Privatisierung.

Diskussion/ Schlussfolgerungen

Neben der Privatisierung stehen alternative Optionen zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit von öffentlichen Krankenhäusern zur Verfügung. Der Rechtsformwandel, die Teilprivatisierung im Rahmen eines so genannten Public Private Partnerships und die strategische Neuausrichtung sind hier zu nennen. Die Clusteranalyse zeigt jedoch, dass der Trend zur fortschreitenden Privatisierung von öffentlichen Krankenhäusern in Zukunft durch kartellrechtliche Probleme behindert werden wird.


Literatur

1.
Schmidt CE, Möller J, Gabbert T, Engeler F (2003) Investoren im Krankenhausmarkt. Dtsch Med Wochenschr 128: 1551-1556
2.
Schmidt CE, Gabbert T, Engeler F, Möller J (2003) Krankenhausmarkt im Umbruch - Welche Kliniken profitieren von der aktuellen Situation? Gesundh ökon Qual Manag 8: 294-299
3.
Schmidt CE, Gabbert T, Engeler F, Mohr A, Möller J (2004) Krankenhauslandschaft in Deutschland - Ein Markt im Umbruch. Dtsch Med Wochenschr 129:1209-1214
4.
Schmidt CE, Möller J, Hesslau U, Bauer m, Gabbert T, Kremer B (2005) Universitätskliniken im Spannungsfeld des Krankenhausmarktes. Anästhesist (akzeptiert zur Publikation Ausgabe 7/2005).