gms | German Medical Science

50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds)
12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (dae)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie

12. bis 15.09.2005, Freiburg im Breisgau

Ärztliche Arbeitsweisen heute: geringe Zufriedenheit und Veränderungspotenziale

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Jörg Bethge - Hochtaunuskliniken, Bad Homburg

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. Freiburg im Breisgau, 12.-15.09.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05gmds629

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2005/05gmds498.shtml

Veröffentlicht: 8. September 2005

© 2005 Bethge.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung

Spätestens seit Einführung der DRG-Systematik erleben wir eine zunehmende Unzufriedenheit der Krankenhausärzte mit ihrem beruflichen Umfeld. An erster Stelle wird die zunehmende Überfrachtung mit administrativen Tätigkeiten angeführt. Darüber hinaus werden die tradierten ärztlichen Hierarchien, die geringe Unterstützung durch Assistenzpersonal oder IT-Lösungen sowie die damit einhergehenden Überlastungen und Überstundensituationen angeprangert. Da sich hier bundesweit keine Trends abzeichnen, verlassen immer mehr Ärzte den Tätigkeitsbereich mit Patienten oder wandern ins Ausland ab.

Material und Methoden

Im Rahmen einer Master-Thesis werden im Sommer 2005 die Arbeitsweisen von Ärzten der Kardiologie und Allgemeinchirurgie der Hochtaunus-Kliniken untersucht. Die ärztlichen Tätigkeiten werden strukturiert und mit Kennzahlen versehen. Dies gilt ebenso für die Arbeitsorte. Die Ärzte auf den Stationen werden mehrere Tage beobachtet. Die hierfür eingesetzten Hilfskräfte bedienen sich dabei eines erarbeiteten Kennzahlensystems. Für vorrangig im Funktionsbereich eingesetzte Ärzte wird das Instrument der Selbstaufschreibung gewählt.

Die so erhaltenen Daten werden nach inhaltlichen Kategorien zusammengefasst. Es wird analysiert, welches zeitliche Volumen sich in den jeweiligen Kategorien ergibt. Die Kategorien werden des weiteren dahingehend gewichtet, inwieweit sie von Hilfs- und Assistenzpersonal übernommen werden können.

Ergebnisse

Es wird erwartet, dass die Ergebnisse im Wesentlichen

1.
auf ein deutliches Zeitvolumen im Rahmen der DRG-Einführung hinweisen,
2.
die adäquate Einführung von IT-Lösungen weiter Arbeitsstunden freisetzt,
3.
der gezielte Einsatz von administrativem und medizinisch-technischem Hilfspersonal ebenfalls erhebliche Effekte zeigt.

Diskussion/ Schlussfolgerungen

In den vergangenen 20 Jahren haben sich die Rahmenbedingungen für die Krankenhäuser drastisch verändert. Organisation und Tätigkeitsinhalte von Pflegemitarbeitern und medizinisch-technischem Assistenzpersonal haben sich angepasst. Durch die Reformen im Gesundheitswesen sowie gesteigerte Anforderungen an die Qualität der Dokumentation aufgrund der Rechtsprechung kamen zusätzliche Arbeitsinhalte hinzu. Das für die Entwicklung von Krankenhaus-IT-Lösungen notwendige Budget hinkt seit Jahren hinter den Erfordernissen hinterher. Die hierarchischen Strukturen im ärztlichen Bereich sowie die hieraus tradierten Arbeitsweisen haben sich nicht verändert. Zusätzlichen Aufgaben wurden nicht durch organisatorische Maßnahmen kompensiert.

Die Studie weist auf die größten Erfolgspotenziale hin, um ärztliche Arbeitszeit effizienter einzusetzen und damit auch die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen.