gms | German Medical Science

50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds)
12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (dae)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie

12. bis 15.09.2005, Freiburg im Breisgau

Evidenz- und fallbasierte Wissensvermittlung über das Internet: www.medizinerwissen.de

Meeting Abstract

  • Horst Christian Vollmar - Universität Witten/Herdecke, Witten
  • Cornelia-Christine Schürer-Maly - Universität Witten/Herdecke, Witten
  • Nik Koneczny - Universität Witten/Herdecke, Witten
  • Susanne Löscher - Universität Witten/Herdecke, Witten
  • Mitra Koch - Universität Witten/Herdecke, Witten
  • Daniela Kempkens - Universität Witten/Herdecke, Witten
  • Martin Butzlaff - Universität Witten/Herdecke, Witten

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. Freiburg im Breisgau, 12.-15.09.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05gmds074

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2005/05gmds328.shtml

Veröffentlicht: 8. September 2005

© 2005 Vollmar et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung

Das medizinische Wissensnetzwerk evidence.de publiziert seit zwei Jahren webbasierte Fortbildungseinheiten aus:

1.
evidenzbasierten Leitlinien zu praxisrelevanten Krankheitsbildern
2.
dazu passenden Prüfungsmodulen aus 10 CME-Fragen.

Seit Oktober 2004 wird dieses Spektrum um praxisnahe Fallgeschichten erweitert.

Dieses Angebot soll

  • die Implementierung von evidenzbasiertem Wissen in die ärztliche Praxis optimieren und
  • den unterschiedlichen Lernbedürfnissen der Ärzte Rechnung tragen.

Material und Methoden

Pro Leitlinie vermitteln medial aufbereitete Fallgeschichten typische Situationen des Praxisalltags. Der Nutzer greift in das Geschehen ein: Er erhebt Anamnesen, trifft diagnostische und therapeutische Entscheidungen. Zu allen Aktionen erhält er ein ausführliches Feedback. Außerdem kann er über entsprechende Links zum korrespondierenden Kapitel der Leitlinie gelangen, um dort nachzulesen.

In einer Pilotstudie wurden zwei Online-Fallgeschichten von 11 Ärzten evaluiert, die jeweils 10 Fragen zu Benutzerfreundlichkeit und Lernerfolg beantworteten.

Ergebnisse

Mehr als 85 Prozent beurteilten das fallbasierte Lernen als sehr gut oder gut. Sie schätzten die Wahlfreiheit, die Leitlinie zu lesen oder virtuelle Patienten zu behandeln. Die Benutzer wünschten insgesamt jedoch mehr Medien.

Diskussion

Die Akzeptanz und Resonanz gegenüber interaktiven Fallgeschichten ist nach unseren bisherigen Erfahrungen gut. Verbesserungsbedarf besteht eindeutig noch auf Seiten der Medien.

Da sich die problemorientierten Fallgeschichten nicht nur zum Wissenstransfer sondern auch zur Wissensabfrage eignen, sollen diese in naher Zukunft auch als Prüfungstools eingesetzt werden.

Die ärztliche Fortbildung ist in Deutschland seit Januar 2004 eine nachzuweisende Pflicht, daher dürfte die Nutzung von multimedialen CME-Angeboten zukünftig steigen. Welchen Stellenwert Online-Fallgeschichten dabei im Vergleich mit anderen Lernwegen einnehmen, ist Gegenstand einer laufenden Studie.