gms | German Medical Science

50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds)
12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (dae)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie

12. bis 15.09.2005, Freiburg im Breisgau

Untersuchung des zeitabhängigen Effekts der Minimal Residual Disease bei ALL-Patienten: Dynamische Modelle im Vergleich

Meeting Abstract

  • Ralf Strobl - Ludwig-Maximilians Universität München, München
  • M. Brüggemann - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel
  • T. Raff - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel
  • M. Kneba - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel
  • N. Gökbuget - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel
  • D. Messerer - Ludwig-Maximilians Universität München, München

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. Freiburg im Breisgau, 12.-15.09.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05gmds331

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2005/05gmds302.shtml

Veröffentlicht: 8. September 2005

© 2005 Strobl et al.
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Gliederung

Text

Molekulargenetische Quantifizierungsstrategien erlauben, minimale Resterkrankungen (MRD) bei Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie (ALL) auch in klinischer Remission, in der sich die Leukämie mit konventionellen Mitteln nicht nachweisen lässt, zu erkennen. Es gibt Hinweise, dass der MRD-Status im Verlauf des ersten Jahres nach Diagnose einen deutlichen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit des krankheitsfreien Überlebens aufweist. Man erhofft sich daher von der Kenntnis der MRD-Kinetik eine differenziertere Therapiestrategie insbesondere für Standardrisikopatienten. Für einen Teil der Patienten kann das zu einer Reduktion der Therapieintensität und -dauer führen, andere Patienten werden frühzeitig intensivierten Therapiemaßnahmen zugeführt. Im Rahmen der GMALL06/99- und 07/03-Studien werden Daten von 417 Patienten für die zeitabhängige Analyse des MRD-Status analysiert, dem weltweit größten derartigen Patientenkollektiv.

Zeitabhängige Effekte werden häufig in medizinischen Publikationen unzureichend behandelt. Um einer einfacheren Interpretation willen, beschränkt man sich auf das einfache Cox-Modell oder Log-Rank-Tests. Diese Unachtsamkeit in der Modellspezifikation kann falsche Effekte zeigen und schwächt die Aussagekraft der Ergebnisse. Es existieren allerdings geeignete Modellansätze, um den zeitabhängigen Einfluss zu modellieren. Außer dem zeitabhängigen Effekt des MRD-Status werden gleichzeitig weitere relevante Kovariable, wie z.B. Alter, zytogenetischer und immunologischer Subtyp berücksichtigt.

Wir stellen das Coxmodell für zeitabhängigen Kovariablen dem Aalen Modell für additive Hazards gegenüber und vergleichen die beiden Methoden anhand eines aktuellen Datensatzes.


Literatur

1.
Aalen OO. A linear regression model for the analysis of life times. Statistics in Medicine 1989, 9: 907-925.
2.
Aydemir Ü, Aydemir S and Dirschedl P. Analysis of time-dependent covariates in failure time data. Statistics in Medicine 18:2123-2134.
3.
Brüggemann M, Raff T, Flohr T. Clinical significance of minimal residual disease quantification in adult patients with standard risk acute lymphoblastic leukaemia. submitted for publication