gms | German Medical Science

50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds)
12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (dae)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie

12. bis 15.09.2005, Freiburg im Breisgau

Eine neue Methode zur statistischen Analyse von Asthma-Exacerbations

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Lisa Avery - University of Otago, Dunedin
  • Markus Neuhäuser - Universitätsklinikum Essen, Essen

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. Freiburg im Breisgau, 12.-15.09.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05gmds108

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2005/05gmds266.shtml

Veröffentlicht: 8. September 2005

© 2005 Avery et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung

Exacerbations sind Ereignisse, die eine definierte Verschlechterung des Krankheitszustandes darstellen. Die Analyse dieser Ereignisse spielt in klinischen Studien unter anderem in den Indikationen Asthma und COPD (chronic obstructive pulmonary disease) eine wichtige Rolle. Die Häufigkeit von Exacerbations wird in der CPMP-Note for guidance on the clinical investigation of medicinal products in the treatment of asthma als ein möglicher Endpunkt für klinische Studien genannt.

In der Literatur findet man unterschiedliche Ansätze zur statistischen Auswertung. Entweder wird ein Logrank-Test angewandt, der die Zeitpunkte der ersten Exacerbation vergleicht (z.B. [1]). Alternativ wird die Anzahl Exacerbations mit dem Wilcoxon-Rangsummentest (z.B. [2]) oder einer Poisson-Regression (z.B. [3]) ausgewertet. Manchmal wird auch eine Poisson-Regression für ‚overdispersed’ Verteilungen durchgeführt (z.B. [4]).

Material und Methoden

Als Beispieldatensatz wird die TRUST (The Regular Use of Salbutamol Trial)-Studie verwendet [5]. In dieser Studie wurden 983 Patienten auf die zwei Behandlungsgruppen Placebo bzw. Salbutamol randomisiert. Die mittlere Follow-up-Länge betrug 8 Monate; die Anzahl der Exacerbations schwankte von 0 bis 11 pro Patient.

Zusätzlich zu den oben genannten Tests wird ein neuer statistischer Test verwendet. Dieser neue Test, der „sum Logrank-Test“, bezieht sich nicht wie der Logrank-Test nur auf die erste Exacerbation, sondern auf die ersten k Events [6]. In der Teststatistik bekommt jede einzelne Exacerbation das gleiche Gewicht. Zur Testentscheidung wird die Permutationsverteilung genutzt.

Wir untersuchen die Niveaueinhaltung und die Güte der verschiedenen Verfahren.

Ergebnisse

Die Poisson-Regression hält das Niveau nicht ein, wenn die Daten nicht gemäß einer Poisson-Verteilung verteilt sind. Von den verbleibenden Verfahren sind die overdispersed Poisson-Regression sowie der sum Logrank-Test am trennschärfsten. Der Gütevergleich ergibt keinen eindeutigen Gewinner.

Diskussion

Aufgrund der Ergebnisse bieten sich zwei Verfahren zur Auswertung von Exacerbations an: die overdispersed Poisson-Regression und der sum Logrank-Test. Da beide eine ähnliche Power aufweisen ist die Frage, ob mittlere Event-Raten oder die Muster des Auftretens individueller Events zu vergleichen sind, für die Auswahl der Methode entscheidend. Wenn man mögliche Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich der ersten k Exacerbations mittels Kaplan-Meier-Kurven darstellt, ist der sum Logrank-Test das dazu passende Testverfahren.


Literatur

1.
Tattersfield AE, Lofdahl CG, Postma DS et al. Comparison of formoterol and terbutaline for as-needed treatment of asthma: a randomised trial. Lancet 2002; 357: 257-61.
2.
Green RH, Brightling CE, McKenna S et al. Asthma exacerbations and sputum eosinophil counts: a randomised controlled trial. Lancet 2002; 360: 1715-21.
3.
Matz J, Emmett A, Rickard K et al. Addition of salmeterol to low-dose fluticasone versus higher-dose fluticasone: an analysis of asthma exacerbations. Journal of Allergy and Clinical Immunology 2001; 107: 783-9.
4.
Bisgaard H, Zielen S, Garcia-Garcia ML et al. Montelukast reduces asthma exacerbations in 2- to 5-year-old children with intermittent asthma. American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine 2005; 171: 315-22.
5.
Dennis SM, Sharp SJ, Vickers MR et al. Regular inhaled salbutamol and asthma control: the TRUST randomised trial. Lancet 2000; 355: 1675-9.
6.
Avery L. Tests for treatment effects in analysis of asthma drugs. MSc thesis, Department of Mathematics and Statistics University of Otago, 2004.