gms | German Medical Science

50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds)
12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (dae)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie

12. bis 15.09.2005, Freiburg im Breisgau

Neuroblastoma incidence on survival in European Children (1973-1997): report from the ACCIS-Project

Meeting Abstract

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  • Claudia Spix - IMBEI, Mainz
  • G. Pastore - Childhood Cancer Registry of Piedmont
  • R. Sankila - Finnish Cancer Registry
  • Charles Stiller - Childhood Cancer Resourch Group

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. Freiburg im Breisgau, 12.-15.09.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05gmds385

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2005/05gmds213.shtml

Veröffentlicht: 8. September 2005

© 2005 Spix et al.
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Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung

In Europa treten etwa 1% aller Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen (bis unter 20 Jahre) auf. Ursachen- und Versorgungsforschung erfordert jedoch oft höhere Fallzahlen. Das Automated Childhood Cancer Information System (ACCIS), gefördert von der EU, sammelt systematisch Daten zu Inzidenz und Überleben von Krebs im Kindesalter auf europäischer Ebene und macht sie für Forschung zugänglich [1]. Die bislang über 160 000 registrierten Fälle aus den Jahren 1970-2001 stammen aus 80 Registern in 35 Ländern, die etwa die Hälfte der kindlichen Bevölkerung Europas (bis 14 Jahre) abdecken.

Tiefergehende Analysen sind derzeit möglich für hochqualitative, vollständige Datensätze von 33 Registern aus 15 Ländern auf der Basis von 87 601 Fällen unter 15 Jahren aus den Jahren 1973-97.

Exemplarisch wird hier die europäische Datenlage bezüglich des Neuroblastoms (ICCC Diagnosegruppe IV (a) [2]) vorgestellt. Analoge Übersichten werden im Rahmen des ACCIS-Projekts zu allen kindlichen Malignom-Entitäten erstellt.

Material und Methoden

Neuroblastome sind solide, embryonale Tumoren mit einer weiten prognostischen Spannbreite. Die Ätiologie ist weitestgehend ungeklärt.

Wir berichten Trends und den Vergleich europäischer Regionen bezogen auf Inzidenz und Überlebenswahrscheinlichkeit basierend auf der ACCIS-Datenbasis für bis 14-jährige Kinder diagnostiziert in den Jahren 1973-1997. Die beiden größten beitragenden Register sind das National Registry of Childhood Tumours (NRCT) für England und Wales sowie das Deutsche Kinderkrebsregister (DKKR).

Ergebnisse

Die Inzidenz des Neuroblastoms ist am höchsten bei Säuglingen. 1988-97 betrug die jährliche Inzidenz in Europa 9.4 Fälle pro 1 Mio Kinder unter 15, am niedrigsten war sie in Ost-, am höchsten in West-Europa. Außer in Nordeuropa sehen wir seit 1973 eine Anstieg der Inzidenz, insbesondere bei den Säuglingen (<1 Jahr). Weiterhin sehen wir in ganz Europa einen Anstieg der Überlebenswahrscheinlichkeit seit 1978 von durchschnittlich 37% auf 66%.

Diskussion

Die Aussagen aus dem ACCIS-Projekt sind aufgrund der Datenlage weitgehend repräsentativ für Europa und erlauben eine Bewertung der Gesamtsituation bei kindlichen Krebserkrankungen. ACCIS sammelt derzeit keine Angaben zu Krankheitsstadien. Zur Interpretation der Beobachtungen, insbesondere beim Neuroblastom, würde dies erheblich beitragen.


Literatur

1.
Steliarova-Foucher E, Stiller C, Kaatsch P, Berrino F, Coebergh JW, Lacour B, Parkin M. Geographical patterns and time trends of cancer incidence and survival among children and adolescents in Europe since the 1970s (the ACCISproject): an epidemiological study. Lancet. 2004; 364(9451):2097-105.
2.
Kramárová E, Stiller CA. The International Classification of Childhood Cancer. Int J Cancer 1996, 68, 759-765