gms | German Medical Science

50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds)
12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (dae)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie

12. bis 15.09.2005, Freiburg im Breisgau

Unterschiede in der stationären Versorgung von Herzinfarktpatienten im europäischen Vergleich: Daten regionaler Herzinfarktregister aus Berlin, Dijon, Florenz, Tartu

Meeting Abstract

  • Birga Maier - Berliner Herzinfarktregister e.V., Berlin
  • Daniela Balzi - AMI-Florence, Epidemiology Unit, Florenz
  • Tiia Ainla - EMIR, Tartu University Clinics, Tartu
  • Marianne Zeller - RICO, Centre Hospitalier Universitaire Bocage, Dijon
  • Gerd Kallischnigg - Institut für Gesundheitswissenschaften TU, Berlin
  • Walter Thimme - Berliner Herzinfarktregister e.V., Berlin
  • H. Theres - Charite Campus Mitte, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. Freiburg im Breisgau, 12.-15.09.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05gmds244

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2005/05gmds178.shtml

Veröffentlicht: 8. September 2005

© 2005 Maier et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Unterschiede in der stationären Therapie von Patienten mit akutem Herzinfarkt über nationale Grenzen hinweg wurden wiederholt nachgewiesen [1], [2], [3], [4]. Es ist wenig untersucht, welchen Einfluss diese Unterschiede auf die Überlebensrate der Patienten im klinischen Alltag haben [5]. Deshalb wurden die Daten von vier Herzinfarktregistern in unterschiedlichen Regionen (Berlin, Dijon, Florenz, Tartu) verglichen.

Methoden und Ergebnisse

In den vier Herzinfarktregistern wurden prospektiv bevölkerungsbezogen Daten gesammelt. Im Vergleich zeigt sich, dass der Anteil an Frauen und das Durchschnittsalter der Patienten sowie die Verteilung der Risikofaktoren (Hypercholesterinämie, Hypertension) zwischen den Registern variierten, während der Anteil an Diabetikern zwischen den Registern mit 20% stabil war. Eine leitliniengerechte wiedereröffnende Therapie erhielten 47% bis 81% der Patienten in den verschiedenen Registern. Grosse Unterschiede gab es auch hinsichtlich des Einsatzes der zwei verschiedenen Ansätze der wiedereröffnenden Therapie (Thrombolyse: 5,1% bis 46,1% und PCI: 7,3% bis 51,3%). Die Krankenhaussterblichkeit wiederum war sehr ähnlich zwischen den vier Registern (10%-12%) und blieb dies auch nach einer Altersadjustierung für drei der vier Register. Nur die Patienten aus Florenz hatten (altersadjustiert) eine vergleichsweise geringere Sterblichkeitsrate (0,81) als die Patienten aus den anderen Regionen.

Diskussion

Zwischen den verschiedenen Regionen gab es grosse Unterschiede in den Basischarakteristika und in der stationären Behandlung der Herzinfarktpatienten. Trotz dieser Unterschiede war die Krankenhaussterblichkeit altersadjustiert sehr ähnlich.

Anmerkung

Aufgrund der unterschiedlichen Ausgangssituation der Herzinfarktpatienten in den verschiedenen Registern wird im Mai 2005 mit den Daten des BHIR und AMI-Florence eine multivariate Analyse durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Analyse würden auch auf der Jahrestagung 2005 der gmds/dae präsentiert werden.


Literatur

1.
Budaj A, Brieger D, Steg PG, Goodman SG, Dabbous OH, Fox KA, Avezum A, Cannon CP, Mazurek T, Flather MD, Van de Werf F. Global patterns of use of antithrombotic and antiplatelet therapies in patients with acute coronary syndromes: insights from the Global Registry of Acute Coronary Events (GRACE). AM Heart J 2003; 146(6):999-2003.
2.
Euro Heart Survey of Acute Coronary Syndromes, Hasdai D, Behar S, Wallentin L, Danchin N, Gitt AK, Boersma E, Fioretti PM, Simoons ML, Battler A. A prospective survey of the characteristics, treatments and outcomes of patients with acute coronary syndromes in Europe and the Mediterranean basin. Eur Heart J 2002; 23:1190-1201.
3.
Gupta M, Chang W-C, van de Werf F, Granger CB, Midodzi W, Barbash G, Pehrson K, Oto A, Toutouzas P, Jansky P, Armstrong PW, for the ASSENT II Investigators. International differences in in-hospital revascularization and outcomes following acute myocardial infarction. A multilevel analysis of patients in ASSENT-2. Eur Heart J 2003; 24(18):1640-1650.
4.
Sans S, Kesteloot H, Kromhout D. The burden of cardiovascular disease mortality in Europe. Task Force of the European Society of Cardiology on Cardiovascular Mortality and Morbidity Statistics in Europe. Eur Heart J 1998; 18(8):1231-1248.
5.
Zeymer U, Senges J. Why do we need prospective registries in patients with acute myocardial infarction? Eur Heart J 2003; 24(18):1611-1612.