gms | German Medical Science

50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds)
12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (dae)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie

12. bis 15.09.2005, Freiburg im Breisgau

Zusammenhang zwischen Katzenhaltung, Allergenexposition, allergischer Sensibilisierung und Erkrankung: Ergebnisse der KLAUS-Studie

Meeting Abstract

  • Torsten Schäfer - Institut für Sozialmedizin, UK S-H, Campus Lübeck, Lübeck
  • B. Stieger - Lübeck
  • R. Polzius - Lübeck
  • A. Kraupse - Lübeck

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. Freiburg im Breisgau, 12.-15.09.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05gmds040

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2005/05gmds124.shtml

Veröffentlicht: 8. September 2005

© 2005 Schäfer et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung

Dem Zusammenhang zwischen Haustierhaltung, Allergenexposition, allergischer Sensibilisierung und Erkrankung wurde am Beispiel der Katze in einer Untersuchung von Lübecker Einschulungskindern nachgegangen.

Material und Methoden

In dieser Querschnittstudie wurden die Lübecker Einschulungskinder des Jahrgangs 2003 untersucht. Die Lebenszeitprävalenz von ärztlich diagnostiziertem Heuschnupfen und Asthma, sowie die aktuelle Haustierhaltung wurden in einem standardisierten Fragebogen erhoben. Ein aktuell vorhandenes atopisches Ekzems wurde im Rahmen einer dermatologischen Untersuchung diagnostiziert und eine allergische Sensibilisierung mittels Pricktest festgestellt (ALK-Scherax, Hamburg). Mit Hilfe des semiquantitativen Allergen-Schnelltests Biocheck Allergen Control (Dräger, Lübeck) wurde die spezifische häusliche Katzenallergenbelastung gemessen und in vier Kategorien (0-3) abgebildet. Letztere entsprechen im geometrischen Mittel einer Allergenbelastung von 263, 844, 5670 bzw. 56800 ng Fel d1 pro Gramm Staub.

Ergebnisse

Insgesamt nahmen 606 Kinder in einem ausgewogenen Geschlechtsverhältnis teil. Zum Untersuchungszeitpunkt litten 9.3% an einem atopischen Ekzem. Heuschnupfen wurde bislang bei 3.9% und Asthma bei 3.6% von einem Arzt diagnostiziert. In 16% der Haushalte wurde zum Untersuchungszeitpunkt eine Katze gehalten. Die Ergebnisse der Allergenmessung verteilten sich auf die Kategorien 0 bis 3 mit 47.2, 25.5, 24.3 bzw. 3.0%. 6.3% der Kinder waren im Pricktest gegenüber Katze sensibilisiert. Ein signifikanter linearer Zusammenhang wurde zwischen Katzenhaltung und Allergenbelastung gesehen. Die Katzenhaltung stieg von 0.5% in Kategorie 0 bis auf 61.5% in der Gruppe mit der höchsten Allergenbelastung (pTrend p<0.001). Mit ansteigender Allergenbelastung nahm ebenso die Sensibilisierungshäufigkeit signifikant von 3.0% in der untersten auf 15.4% in der höchsten Kategorie zu (pTrend p<0.001). Die Sensibilisierung gegenüber Katzenallergen wiederum war signifikant mit einem atopischen Ekzem (OR 3.8, KI 1.5-9.5) und nicht signifikant mit den Lebenszeitprävalenzen für Asthma (OR 3.7, KI 0.98-14.3) und Heuschnupfen (OR 2.7, KI 0.57-12.9) verbunden.

Diskussion

Die häusliche Allergenbelastung gegenüber Katze ist mit der aktuellen Katzenhaltung assoziiert und erhöht offensichtlich das Sensibilisierungsrisiko. Da eine allergische Sensibilisierung wiederum mit atopischen Erkrankungen assoziiert ist, scheint zumindest nach diesen Querschnittdaten mit der Katzenhaltung ein für die Allergieentstehung begünstigender Faktor vorzuliegen.