gms | German Medical Science

50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds)
12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (dae)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie

12. bis 15.09.2005, Freiburg im Breisgau

Die Effektivität von Neuraminidasehemmern in der Postexpositionsprophylaxe der Influenza: eine Meta-Analyse randomisierter kontrollierter Studien

Meeting Abstract

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  • Thomas Behrens - Bremer Institution für Präventionsforschung und Sozialmedizin, Bremen
  • Andrea Eberle - Bremer Institution für Präventionsforschung und Sozialmedizin, Bremen
  • Wolfgang Ahrens - Bremer Institution für Präventionsforschung und Sozialmedizin, Bremen

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. Freiburg im Breisgau, 12.-15.09.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05gmds240

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2005/05gmds107.shtml

Veröffentlicht: 8. September 2005

© 2005 Behrens et al.
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Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung

Die Neuraminidasehemmer (NI) Zanamivir und Oseltamivir sind effektiv in der Therapie und saisonalen Prophylaxe der Influenza A und B. Ziel dieser Meta-Analyse ist es, die Effektivität von NI bei der Postexpositionsprophylaxe (PEP) der Influenza zu untersuchen.

Material und Methoden

Es wurde ein systematischer Review der publizierten Literatur zur PEP einer natürlich erworbenen Influenza A oder B durchgeführt. Für die systematische Literatursuche wurden die Datenbanken Medline, Health Star, Current Contents / Clinical Medicine, Embase, die Cochrane Library sowie die Literaturlisten von Übersichtsartikeln und Ausgaben klinisch relevanter Journals manuell durchsucht. Die Literaturrecherche bezog sich auf den Zeitraum bis September 2004. Die Auswahl der Studien erfolgte durch zwei unabhängige Reviewer, welche die Qualität der identifizierten Studien mithilfe des JADAD Scores einschätzten. Als primärer Outcomeindikator wurde der Anteil influenza-positiver Patienten nach Kontakt mit einem an Influenza erkrankten Indexfall festgelegt. Die identifizierten klinischen Studien untersuchten überwiegend die Effektivität von NI bei jungen Personen ohne chronische Erkrankungen. Da die eingeschlossenen klinischen Studien keine statistische Heterogenität zeigten (p=0,76; I2=0%), wurden die Ergebnisse mittels eines fixed effect models gepoolt und ausgewertet. Gewichtete Peto Odds Ratios mit 95% Konfidenzintervallen wurden auf einer Intention-to-Treat-Basis berechnet.

Ergebnisse

Insgesamt wurden zur Influenza PEP fünf randomisierte bzw. quasi-randomisierte klinische Studien (3 zu Zanamivir, 2 zu Oseltamivir) mit insgesamt 3.663 Patienten identifiziert. Von diesen waren vier Studien als doppelt-blinde Trials angelegt, welche NI mit Placebo verglichen. Eine nicht verblindete Studie verglich die Effektivität von Oseltamivir mit einer abwartenden Haltung in der Kontrollgruppe. Sowohl inhaliertes Zanamivir (OR=0,26; 95% KI 0,18-0,37) als auch Oseltamivir (OR=0,24; 95% KI 0,15-0,35) boten einen effektiven Schutz vor einer Infektion mit dem Influenzavirus. Die gesamte Gruppe der NI zeigte eine prophylaktische Effektivität mit einer OR von 0,25 (95% KI 0,19-0,33). In der Untergruppe der Patienten, die Kontakt mit einem labordiagnostisch gesicherten Influenza-Indexfall hatten, zeigten NI eine vergleichbare prophylaktische Effektivität (4 Studien, OR=0,24; 95% KI 0,18-0,32). Protektive Effekte wurden auch getrennt für die PEP von Influenza A und Influenza B gefunden.

Schlussfolgerungen

Zanamivir und Oseltamivir sind effektiv in der PEP der Influenza. Da die untersuchten Studienpopulationen überwiegend aus jungen und ansonsten gesunden Personen bestanden und nur wenige Studien in die Meta-Analyse aufgenommen wurden, sind die Ergebnisse jedoch mit Vorsicht zu interpretieren.