gms | German Medical Science

50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds)
12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (dae)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie

12. bis 15.09.2005, Freiburg im Breisgau

Wissen über Risikofaktoren für einen Schlaganfall: ein bevölkerungsbasierter Survey mit 28.090 Teilnehmern

Meeting Abstract

  • Jacqueline Müller-Nordhorn - Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin
  • Christian H. Nolte - Klinik für Neurologie, Berlin
  • Karin Rossnagel - Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin
  • Gerhard J. Jungehülsing - Klinik für Neurologie, Berlin
  • Andreas Reich - Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin
  • Stephanie Roll - Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin
  • Arno Villringer - Klinik für Neurologie, Berlin
  • Stefan N. Willich - Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. Freiburg im Breisgau, 12.-15.09.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05gmds360

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2005/05gmds095.shtml

Veröffentlicht: 8. September 2005

© 2005 Müller-Nordhorn et al.
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Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung

Der Schlaganfall ist eine der häufigsten Ursachen für eine erhöhte Morbidität und Mortalität weltweit. Wissen über die Risikofaktoren eines Schlaganfalls kann zu einer verbesserten Prävention und einem adäquaten Hilfesuchen während des akuten Ereignisses beitragen. Ziel der vorliegenden Studie war es, Wissen über Risikofaktoren in der Bevölkerung zu erfassen und Faktoren zu bestimmen, die mit einem höheren Wissensstand assoziiert sind.

Methoden

In definierten Postleitzahlbezirken in Berlin wurde an alle Einwohner mit einem Mindestalter von 50 Jahren ein standardisierter Fragebogen, der Wissen zu Risikofaktoren erfragte, verschickt. Insgesamt wurden 75.720 Einwohner angeschrieben. Das Wissen wurde mit offenen Fragen abgefragt; die Teilnehmer konnten bis zu vier Risikofaktoren nennen. Soziodemographische Faktoren wie Alter, Geschlecht, Schulbildung, Nationalität und Wohnsituation wurden ebenfalls erfasst.

Ergebnisse

Insgesamt beantworteten 28.090 Personen den Fragebogen (Response Rate 37%). Von den Teilnehmern waren 43% Männer mit einem mittleren Alter von 63 Jahren (SD 9) und 57% Frauen mit einem mittleren Alter von 66 Jahren (SD 10). Etwa zwei Drittel (68%) der Teilnehmer nannten mindestens einen korrekten Schlaganfall-Risikofaktor, 13% nannten das Maximum von vier korrekten Risikofaktoren. Die häufigsten der genannten Risikofaktoren waren Bluthochdruck, gefolgt von Rauchen und Übergewicht. In multivariablen Analysen waren folgende Faktoren signifikant mit der Nennung von vier korrekten Risikofaktoren assoziiert: ein jüngeres Lebensalter, eine höhere Schulbildung, keine ausländische Nationalität, nicht alleine Leben, die Familienanamnese eines Schlaganfalls und die Angabe, Informationen über den Schlaganfall im letzten Jahr erhalten zu haben.

Diskussion

Eine Reihe von soziodemographischen Faktoren, ebenso wie der Erhalt von Informationen über den Schlaganfall im letzten Jahr, war mit dem Wissen zu Schlaganfall-Risikofaktoren verbunden. Bei der Entwicklung von Aufklärungsprogrammen sollten Faktoren berücksichtigt werden, die mit einem geringeren Wissen assoziiert sind, und die Programme dementsprechend angepasst werden.