gms | German Medical Science

50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds)
12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (dae)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie

12. bis 15.09.2005, Freiburg im Breisgau

Verteilung von Körpergröße, Körpergewicht und Body Mass Index bei Schulkindern in Baden-Württemberg

Meeting Abstract

  • Iris Zöllner - Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, RP Stuttgart, Stuttgart
  • Gabriele Horras-Hun - Landesgesundheitsamt Baden-württemberg, Stuttgart
  • Peter Eickhoff - Landesgesundheitsamt Baden-württemberg, Stuttgart
  • Holger Knebel - Landesgesundheitsamt Baden-württemberg, Stuttgart
  • Bernhard Link - Landesgesundheitsamt Baden-württemberg, Stuttgart

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. Freiburg im Breisgau, 12.-15.09.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05gmds201

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2005/05gmds034.shtml

Veröffentlicht: 8. September 2005

© 2005 Zöllner et al.
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Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung

Aktuelle Daten zum Körpergewicht, zur Körpergröße und zum Body Mass Index bei Kindern in Deutschland sind in den vergangenen Jahren unerwartet selten in größerem Umfang erhoben worden. Vor dem Hintergrund einer sich andeutenden Adipositaszunahme ist eine Surveillance solcher Daten für die Bewertung der gesundheitlichen Situation von Kindern und Jugendlichen jedoch erforderlich. In Baden-Württemberg wurden im Rahmen von Untersuchungen zur Lungenfunktion bei Schulkindern auch Messungen der Körpergröße und des Körpergewichts durchgeführt. Der Body Mass Index (BMI) wurde aus diesen Daten berechnet.

Material und Methoden

Die Datenerhebung erfolgte im Rahmen des Projektes Beobachtungsgesundheitsämter, bei dem Schüler und Schülerinnen mit dem Einverständnis ihrer Erziehungsberechtigten in mehreren Untersuchungsgebieten in Baden-Württemberg an Survey-Untersuchungen teilnehmen. Die Teilnahme ist freiwillig. Die hier vorgestellten Daten stammen aus zwei Untersuchungen: einer Referenzwertstudie und einer Studie, in der Schüler sowohl in der vierten als auch in der siebten Klasse untersucht wurden. In der Referenzwertstudie wurden Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren untersucht.

Ergebnisse

Die Verteilung des BMI im Kindesalter zeigt eine deutliche Abhängigkeit vom Alter. Da die Definitionen von Übergewicht und Adipositas auf Perzentilen des BMI beruhen, sind die kritischen BMI-Werte für Übergewicht und Adipositas entsprechend altersabhängig. Während die Verteilung der Körpergröße für einzelne Altersgruppen symmetrisch und annähernd normalverteilt ist, fällt bei der Verteilung des Körpergewichts eine ausgeprägte Rechtsschiefe auf, die im Gegensatz zur Normalverteilungsannahme auf der Basis historischer Daten steht. Dies deutet auf eine Zunahme höherer Körpergewichte im Extrembereich hin. Zusätzlich kann eine Abnahme der Zahl untergewichtiger Kinder dieses Phänomen erklären. Die Rechtsschiefe in der Verteilung des Körpergewichts übertragt sich wegen der Berechnungsgrundlage des BMI auch auf dessen Verteilung. Darüberhinaus verringert sich die Korrelation zwischen Körpergröße und –gewicht bei Kindern im Laufe des Wachstums.

Diskussion

Die beobachteten Verteilungseigenschaften beim Körpergewicht und BMI sprechen dafür, in Zukunft bei der Beschreibung von anthropometrischen Daten Histogramme, Boxplots, Quartile und weitere empirische Perzentilen anzugeben. Bisher übliche Beschreibungsparameter (z.B. Mittelwert, Standardabweichung), die von zugrundeliegenden symmetrischen (Normal)-Verteilungen ausgehen, geben die tatsächlichen Verteilungen von Körpergewicht und BMI nur inadäquat wieder. Die Veränderung in der Verteilungsform erklärt möglicherweise auch, warum in den vergangenen Jahren jeweils nur geringere Veränderungen bei den mittleren und medianen Körpergewichten beobachtet wurden, während die Zunahme und Veränderung im oberen Verteilungsbereich weniger Beachtung fand. Eine Schwierigkeit besteht unter anderem darin, dass sich höhere Perzentile erst mit relativ großen Beobachtungsstichproben schätzen lassen.