gms | German Medical Science

49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds)
19. Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Medizinische Informatik (SGMI)
Jahrestagung 2004 des Arbeitskreises Medizinische Informatik (ÖAKMI)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Schweizerische Gesellschaft für Medizinische Informatik (SGMI)

26. bis 30.09.2004, Innsbruck/Tirol

Rekrutierungsaufwand und Einflussfaktoren auf die Responsproportionen der RIFA Fall-Kontroll-Studie

Meeting Abstract (gmds2004)

  • presenting/speaker Andrea Schmidt-Pokrzywniak - Institut für Medizinische Biometrie und Informatik, Universität Duisburg-Essen, Duisburg-Essen, Deutschland
  • Karl-Heinz Jöckel - Institut für Medizinische Biometrie und Informatik, Universität Duisburg-Essen, Duisburg-Essen, Deutschland
  • Norbert Bornfeld - Augenklinik, MedizinischeFakultät, Universität Duisburg-Essen, Duisburg-Essen, Deutschland
  • Andreas Stang - Institut für Medizinische Biometrie und Informatik, Universität Duisburg-Essen, Duisburg-Essen, Deutschland

Kooperative Versorgung - Vernetzte Forschung - Ubiquitäre Information. 49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 19. Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Medizinische Informatik (SGMI) und Jahrestagung 2004 des Arbeitskreises Medizinische Informatik (ÖAKMI) der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG) und der Österreichischen Gesellschaft für Biomedizinische Technik (ÖGBMT). Innsbruck, 26.-30.09.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04gmds151

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2004/04gmds151.shtml

Veröffentlicht: 14. September 2004

© 2004 Schmidt-Pokrzywniak et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die RIFA Fall-Kontroll-Studie erforscht die umweltbedingten Riskofaktoren des Aderhautmelanoms. Die Studienbasis ergibt sich durch den Zuweisungs- bzw. Einzugsmechanismus der Uvealmelanompatienten am Referenzzentrum für Augentumoren des Universitätsklinikums Essen. Obwohl das Fallkollektiv krankenhausbasierend rekrutiert wird, spricht einiges dafür, dass das Fallaufkommen im Referenzzentrum quasi bevölkerungsbasierend ist. Aus diesem Grund wird sowohl eine bevölkerungsbasierende Kontrollgruppe als auch eine Kontrollgruppe über die zuweisenden Augenarztpraxen rekrutiert. Zusätzlich werden Geschwister als Kontrollen gewonnen. Fälle und Kontrollen kommen aus der gesamten Bundesrepublik Deutschland. In den folgenden Analysen sollen die Erfolge der Rekrutierungsbemühungen und die Responsproportionen in den 3 Kontrollgruppen und bei den Fällen, stratifiziert nach Alter, Geschlecht, Bundesländern und Gemeindengrößenklassen (GGK), untersucht werden.

Methoden

Die nach Studienprotokoll geeigneten Probanden der RIFA Studie (Alter: 20-74 Jahre, Beginn der Feldphase: 25/09/2002) werden in dem 1. Anschreiben über die Studie informiert und gebeten an der Studie teilzunehmen. Vergehen nach dem Verschicken der Einverständniserklärung mehr als 14 Tage, ohne das eine Antwort erfolgt, wird versucht die Probanden maximal 10 mal telefonisch zu verschiedenen Tages- und Wochenzeiten zu erreichen, um sie für die Studie zu gewinnen. Die Probanden, die telefonisch nicht erreicht werden können, werden ein weiteres mal angeschrieben. Bei Probanden, die sich dann immer noch nicht gemeldet haben, erfolgen nochmals 10 Anrufversuche. Sollte nach diesen Anrufen noch immer kein Kontakt erfolgt sein, werden keine weiteren Rekrutierungsbemühungen unternommen. Da wir uns noch in der Rekrutierungsphase befinden (Ende der Feldphase 31/01/2005) haben wir bei einer Dauer des Rekrutierungsschemas pro Proband von erfahrungsgemäß 8 Wochen, nur Probanden berücksichtigt, die bis zum 30/01/2004 das Erstanschreiben erhalten haben. Es werden folgende Rekrutierungsproportionen inkl. 95% Konfidenzintervallen (95% KI) berechnet [1]: Kontaktproportion (KontP), Kooperations-Proportion (KoopP), Response-Proportion (RespP) und Rekrutiereffizienz-Proportion (ReP).

Ergebnisse

Tabelle 1 [Tab. 1] zeigt die Rekrutierungergebnisse nach Fall-Kontroll Status. In Tabelle 2 [Tab. 2] sind die Rekrutierungs-Proportionen dargestellt. Die Teilnahmebereitschaft der Bevölkerungskontrollen (Responseproportionen berechnet nach Slattery) aus den verschiedenen Bundesländern unterscheidet sich nicht wesentlich. Bei Fällen und Augenarztkontrollen schwankt die Teilnahmebereitschaft von 89-100 bzw. 33-68 Prozent. Es zeigt sich kein Zusammenhang zwischen GGK des Wohnortes und Response. Die Response-Proportion stratifiziert nach Alter zeigt in den Altersklassen der 70-74 Jährigen die niedrigste Teilnahmebereitschaft, wobei dies im Wesentlichem auf die Frauen zurück zu führen ist. Abbildung 1 [Abb. 1] zeigt die Responsesteigerung in Abhängigkeit von den Rekrutierungsbemühungen.

Diskussion

Die vorläufige Response-Proportion von 59% in der Bevölkerungskontrollgruppe ist vergleichbar mit der deutschlandweit gepoolten Analyse von Fall-Kontroll Studien mit 58% [1]. Wie auch in anderen Studien zeigt sich in der RIFA-Studie, dass der telefonische Kontakt von Bevölkerungskontrollen einen entscheidenden Einfluss auf den Response hat. Beim telefonischen Kontakt können erfahrungsgemäß Probleme (z. B. Datenschutz) oder Missverständnisse aufgeklärt werden. Da aufgrund des Datenschutzes Augenarztkontrollen aus Augenarztpraxen nicht direkt von uns kontaktiert werden können, entfällt die Möglichkeit der direkten telefonischen Kontaktaufnahme dieser Kontrollen, was zu Einbußen im Response führt. Die Responseproportion bei den Geschwisterkontrollen fällt insbesondere aufgrund der hohen Verweigerungsquote der Fälle niedrig aus. Hinzu kommt, dass nur etwa 77% aller Fälle lebende Geschwister haben, sodass eine Fall-Kontroll Matching-Ratio von 1:1 von vornherein nicht realisierbar ist. Frauen haben durchgehend leichtgradig niedrigere Kooperations- und Response-Proportionen im Vergleich zu den Männern. Dies zeigt sich auch in anderen Studien [1], [2]. Aufgrund des noch recht hohen Anteils der Probanden, die noch nicht angesprochen wurden und auch nicht verweigert habe ("offene Probanden"), rechnen wir mit einer höheren Responseproportion am Ende der Studie.

Danksagung

Gefördert durch Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Förderkennzeichen KFO 109/1-1 und Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), Förderkennzeichen: M8811


Literatur

1.
Stang A, Ahrens W, Jöckel K-H. Control Response Proportions in Population-based Case-Control Studies in Germany. Epidemiology 1999; 10: 181-183.
2.
Thefeld W, Stolzenberg H, Bellach B-M. Bundes-Gesundheitssurvey: Response, Zusammensetzung der Teilnehmer und Non-Responder-Analyse. Gesundheitswesen 1999; 2: 57-61.