gms | German Medical Science

49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds)
19. Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Medizinische Informatik (SGMI)
Jahrestagung 2004 des Arbeitskreises Medizinische Informatik (ÖAKMI)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Schweizerische Gesellschaft für Medizinische Informatik (SGMI)

26. bis 30.09.2004, Innsbruck/Tirol

Teilnahme an der Krebsfrüherkennungsuntersuchung für das Zervixkarzinom im Jahr 2002 in Deutschland

Meeting Abstract (gmds2004)

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  • corresponding author presenting/speaker Stefanie Klug - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik, Universität Mainz, Mainz, Deutschland
  • Dagmar Lautz - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik, Universität Mainz, Mainz, Deutschland
  • Maria Blettner - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik, Universität Mainz, Mainz, Deutschland
  • Peter Potthoff - NFO Gesundheitsforschung, München, Deutschland

Kooperative Versorgung - Vernetzte Forschung - Ubiquitäre Information. 49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 19. Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Medizinische Informatik (SGMI) und Jahrestagung 2004 des Arbeitskreises Medizinische Informatik (ÖAKMI) der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG) und der Österreichischen Gesellschaft für Biomedizinische Technik (ÖGBMT). Innsbruck, 26.-30.09.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04gmds146

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2004/04gmds146.shtml

Veröffentlicht: 14. September 2004

© 2004 Klug et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

In Deutschland wird seit 1971 eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung (KFU) von den Krankenkassen finanziert. Seit 1982 haben alle Frauen ab den 20. Lebensjahr einmal jährlich ein Anrecht auf einen zytologischen Abstrich (Pap-Abstrich) zur Früherkennung eines Zervixkarzinoms. Die Möglichkeiten der Früherkennung werden in Deutschland zu wenig genutzt [1], allerdings existieren nur wenige Daten über tatsächliche Teilnahmeraten. Für das Jahr 1997 schwankten die Angaben über Teilnahmeraten bei Frauen in Westdeutschland, die bei einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) versichert waren, zwischen 36% [2] und 51% [3].

Methoden

Das NFO Healthcare Access Panel ist eine in regelmäßigen Abständen durchgeführte schriftliche Befragung eines repräsentativen Haushaltspanels der Gesamtdeutschen Bevölkerung. Im Rahmen der im Jahr 2002 durchgeführten Befragung zu Gesundheitsthemen wurden neben sozio-demographischen Daten auch Angaben zur Teilnahme an der Krebsfrüherkennungsuntersuchung des Zervixkarzinoms abgefragt. Insgesamt wurden 28.888 Frauen im Alter von 20 bis 79 Jahren befragt.

Ergebnisse

Vollständige Daten lagen für 98.7% der Stichprobe vor. 40% der Frauen nahmen im Jahr 2002 an der Krebsfrüherkennungsuntersuchung für das Zervixkarzinom teil. Die Teilnahmerate unter den GKV versicherten Frauen betrug ebenfalls 40%. Über 90% der Stichprobe war in der GKV versichert. Es wurde kein Unterschied in der Teilnahme zwischen Frauen aus West- und Ostdeutschland gefunden. Die Teilnahmeraten waren abhängig vom Alter, in der Altergruppe von 30 bis 49 Jahren nahmen 50% der Frauen an der Krebsfrüherkennungsuntersuchung teil. Zwischen dem 60. und 69. Lebensjahr (Teilnahmerate 35%) bzw. nach dem 70. Lebensjahr (Teilnahmerate 17%) sank die Teilnahme stark ab. Die Teilnahmeraten variierten auch in Abhängigkeit von der Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht. Nur 28% der Frauen aus der sozialen Unterschicht, aber 41% der Frauen aus der Mittelschicht, bzw. 46% aus der Oberschicht nahmen im Jahr 2002 an der KFU für das Zervixkarzinom teil.

Diskussion

Die jährlichen Teilnahmeraten an der Krebsfrüherkennungsuntersuchung für das Zervixkarzinom liegen in Deutschland deutlich unter 50%. Damit eine Screeningmassnahme erfolgreich sein kann, müssen mindestens 80% der Zielpopulation teilnehmen [4]. In Deutschland müssen Anstrengungen unternommen werden, die Teilnahmeraten zu steigern. Dies wäre über ein organisiertes, systematisches Einladungssystem möglich. Berechtigte Frauen sollten dabei mit einem persönlichen Anschreiben in regelmässigen Abständen zur KFU eingeladen werden.


Literatur

1.
Junge,B., Arab-Kohlmeier,L., Tiefelsdorf,M., und Hoffmeister,H. (1992). Krebsfrüherkennung wird zu wenig genutzt - Repräsentative Ergebnisse aus dem Nationalen Gesundheits-Survey. Zeitung Allg. Med. 68, 816.
2.
Kahl,H., Hölling,H., and Kamtsiuris,P. (1999). Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. Gesundheitswesen 61, 163-168.
3.
Kassenärztliche Bundesvereinigung (1999). Beteiligung an den Früherkennungsuntersuchungen in der GKV seit 1972. Grunddaten zur vertragsärztlichen Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland 1999. Fachbereich Bedarfsplanung und Bundesarztregister.
4.
Coleman D, Day N, Douglas G, Farmery E, Lynge E, Philip J et al. European Guidelines for Quality Assurance in Cervical Cancer Screening. Europe against cancer programme. Eur J Cancer 1993; 29A Suppl 4:S1-38.