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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

27.09. - 29.09.2012, Aachen

Strukturelle Wechselwirkungen bei der Entwicklung medizinischen Wissens

Vortrag

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  • corresponding author Stefan K. Schauber - Chairté - Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
  • Martin Hecht - HU Berlin, Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, Berlin, Deutschland
  • Susanne Dettmer - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Aachen, 27.-29.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocV579

doi: 10.3205/12gma220, urn:nbn:de:0183-12gma2209

Veröffentlicht: 18. September 2012

© 2012 Schauber et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Progress Tests bilden die Entwicklung medizinischen Wissens individueller Personen longitudinal ab. Die so durch Progress Tests gewonnen Daten wurden dabei zur Beantwortung einer Reihe von Forschungsfragen herangezogen. Dennoch gibt es bisher kaum Forschung, die die strukturellen und dynamischen Wechselwirkungen verschiedener Wissensdomänen im Laufe des Studiums untersucht. Aus Theorien der Expertiseentwicklung nach Schmidt und Kollegen (z.B.: [3]) sowie jüngeren Arbeiten von Woods [4] lässt sich ableiten, dass insbesondere biomedizinisches Wissen eine zentrale Rolle beim Aufbau klinischen Wissen spielt. Aus diesen Ansätzen lässt sich ableiten, dass die erfolgreiche Aneignung vorklinischer Inhalte mit einem starken Zuwachs klinischen Wissens verbunden sein sollte.

Methode: Etwa 600 Studierende der Charité – Universitätsmedizin Berlin nahmen zwischen Oktober 2010 und Oktober 2011 an einer Studie teil und stellten ihre Progress Test Daten zu Forschungszwecken bereit. Mithilfe linearer Strukturgleichungsmodelle wurden die zeitlichen und wechselseitigen Veränderungen von biomedizinischem und klinischem Wissen untersucht.

Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen konträr zu unseren Erwartungen, dass biomedizinisches Wissen einen dominanten, jedoch primär hemmenden Einfluss auf den Erwerb klinischer Inhalte ausübt.

Schlussfolgerungen: Ähnliche Phänomene sind zwar aus der Lernforschung bekannt, jedoch ist weitere Forschung nötig, um die genauen Umstände zu klären, unter denen biomedizinische Inhalte mit dem Aufbau klinischen Wissens interferiert [1], [2].


Literatur

1.
Duit R, Roth WM, Komorek M, Wilbers J. Fostering conceptual change by analogies—between Scylla and Charybdis. Learn Instruct. 2001;11(4-5):283-303. DOI: 10.1016/S0959-4752(00)00034-7 Externer Link
2.
McArdle JJ, Hamagami F. Latent Difference Score Structural Models for Linear Dynamic Analyses With Incomplete Longitudinal Data. In: Collins LM, Sayer A (Hrsg), New methods for the analysis of change, 1st ed. Washington, DC: American Psychological Association; 2001. S.139-175. DOI: 10.1037/10409-005 Externer Link
3.
Schmidt HG, Rikers RM. How expertise develops in medicine: knowledge encapsulation and illness script formation. Med Educ. 2007;41(12):1133-1139.
4.
Woods NN. Science is fundamental: the role of biomedical knowledge in clinical reasoning. Med Educ. 2007;41(12):1173-1177. DOI: 10.1111/j.1365-2923.2007.02911.x Externer Link