gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

27.09. - 29.09.2012, Aachen

Zynismus bei Medizinstudierenden und Ärzten: Fokusgruppen zu Ursachen und Möglichkeiten der Prävention

Vortrag

  • corresponding author Erika Fellmer-Drüg - Kompetenzzentrum für Prüfungen in der Medizin / Baden-Württemberg, Heidelberg, Deutschland
  • Regina Studer - Kompetenzzentrum für Prüfungen in der Medizin / Baden-Württemberg, Heidelberg, Deutschland
  • Lena Cramer - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Heidelberg, Deutschland
  • Jobst-Hendrik Schultz - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Heidelberg, Deutschland; Kompetenzzentrum für Prüfungen in der Medizin / Baden-Württemberg, Heidelberg, Deutschland
  • Jana Jünger - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Heidelberg, Deutschland; Kompetenzzentrum für Prüfungen in der Medizin / Baden-Württemberg, Heidelberg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Aachen, 27.-29.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocV576

doi: 10.3205/12gma204, urn:nbn:de:0183-12gma2045

Veröffentlicht: 18. September 2012

© 2012 Fellmer-Drüg et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die vom Patienten wahrgenommene Empathie des Arztes ist zentral für eine gute Arzt-Patienten-Beziehung, die Patientenzufriedenheit, die Adhärenz und letztlich für einen positiven Behandlungs-Outcome. Dennoch wurde wiederholt gezeigt, dass die Empathie der Medizinstudierenden während der medizinischen Ausbildung abnimmt, wohingegen ihr Zynismus zunimmt. Mithilfe dieser Studie soll untersucht werden, welche Ursachen dieser Zynismusentwicklung zugrundeliegen und wie diesem Phänomen entgegengewirkt werden kann.

Methode: Zur Beleuchtung dieser beiden Fragestellungen wurden 12 Fokusgruppen durchgeführt. Daran nahmen Studierende der Medizin aus dem 1., 3., 5. und 11. Semester sowie Ärzte (n= 62) teil. Die so gewonnen Daten wurden inhaltsanalytisch nach Mayring ausgewertet [1].

Ergebnisse: Erste Ergebnisse decken zwei Hauptkategorien für die Zynismus-Entwicklung auf: Resignation und maladaptive Copingstrategie. Im Gegensatz dazu wurden persönliche Faktoren kaum als Ursache für die Zynismus-Entwicklung erwähnt. Als Möglichkeit, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, nannten die Teilnehmer einerseits die Fokussierung auf persönliche Kompetenzen und andererseits die Integration fächerübergreifender Kompetenzen wie ärztliche Professionalität in ein longitudinales Curriculum.

Schlussfolgerung: Bereits am Anfang des Studiums nehmen Medizinstudierende Zynismus als verbreite und akzeptierte Strategie zur Stressbewältigung wahr. Dies hat wichtige Implikationen für die Lehre: nebenfachliche Kompetenzen wie die Fähigkeit, Ideale, Verhalten und Emotionen zu reflektieren, müssen fest im Curriculum verankert werden.


Literatur

1.
Mayring P. Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. Weinheim: Beltz; 2008.