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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

27.09. - 29.09.2012, Aachen

Burnout, Berufszufriedenheit und berufliche Selbstwirksamkeit im Praktischen Jahr

Vortrag

  • corresponding author Nadja Koehl-Hackert - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Heidelberg, Deutschland
  • Jobst-Hendrik Schultz - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Heidelberg, Deutschland
  • Christoph Nikendei - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Heidelberg, Deutschland
  • Andreas Moeltner - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Heidelberg, Deutschland
  • Benjamin Gedrose - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Zentrum für Psychosoziale Medizin, Hamburg, Deutschland
  • Hendrik van den Bussche - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Zentrum für Psychosoziale Medizin, Hamburg, Deutschland
  • Jana Juenger - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Heidelberg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Aachen, 27.-29.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocV560

doi: 10.3205/12gma195, urn:nbn:de:0183-12gma1950

Veröffentlicht: 18. September 2012

© 2012 Koehl-Hackert et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Burnout im Sinne einer andauernden Arbeitsüberforderung führt bei Ärztinnen und Ärzten zu einer Abnahme der beruflichen Leistungsfähigkeit einhergehend mit einem Anstieg von ärztlichen Kunstfehlern. Besonders junge Ärztinnen und Ärzte gelten als burnout-gefährdet. Ziel der vorliegenden Arbeit war es in einer Fragebogenerhebung, die im Rahmen der KARMED-Studie [1] durchgeführt wurde, bei PJ-Studierenden zu untersuchen,

1.
wie sich die Merkmalsausprägungen von Burnout verhalten, und
2.
in welchem Zusammenhang Burnout und berufliche Zufriedenheit und berufliche Selbstwirksamkeitserwartung stehen.

Methode: Bei 127 Medizinstudierenden wurden am Ende ihres PJ (82 w, 45 m; Durchschnittsalter 26,8 Jahre) die Burnout-Dimensionen mittels des Maslach Burnout Inventory (MBI) sowie Fragen zur beruflichen Zufriedenheit und beruflichen Selbstwirksamkeit erhoben. Zur Untersuchung der Zusammenhänge zwischen den einzelnen Skalen/Items wurde der Produkt-Moment-Korrelationskoeffizient verwendet. Ergebnisse: PJ-Studierende zeigten bei allen drei Subskalen des MBI (emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung und persönliche Leistungsfähigkeit) einen mittleren Burnout-Grad (siehe Tabelle 1 [Tab. 1]). PJ-Studierende, die stärker vom Burnout betroffen waren, zeigten auch eine geringere berufliche Zufriedenheit und berufliche Selbstwirksamkeit (siehe Tabelle 2 [Tab. 2]).

Schlussfolgerung: Diese Ergebnisse verdeutlichen die Wichtigkeit, Anzeichen für Burnout bereits im Medizinstudium zu erkennen, und ggfs. die Präventionsprogramme kurrikulär zu verankern, um psychische Belastungen beim Einstieg in den Beruf so gering wie möglich zu halten [2].


Literatur

1.
Gedrose B, Wonneberger C, Jünger J, Robra BP, Schmidt A, Stosch C, Wagner R, Scherer M, Pöge K, Rothe K, van den Bussche H. Haben Frauen am Ende des Medizinstudiums andere Vorstellungen über Berufstätigkeit und Arbeitszeit als ihre männlichen Kollegen? Ergebnisse einer multizentrischen Befragung. Dtsch Med Wochenschr. 2012;137(23):1242-1247.
2.
Koehl-Hackert N, Schultz JH, Nikendei C, Möltner A, Gedrose B, van den Bussche R, Jünger J. Belastet in den Beruf - Empathie und Burn-out bei Medizinstudierenden am Ende des Praktischen Jahres. Z Evid Fortbild Qual Gesundhwes. 2012;106(2):116-24. DOI: 10.1016/j.zefq.2012.02.020 Externer Link