gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

27.09. - 29.09.2012, Aachen

Geschlechterspezifisches Wissen in der Medizin: Ein "Needs Assessment“

Vortrag

  • corresponding author Katharina Kappes - Universitätsklinikum Münster, Institut für klinische Radiologie, Münster, Deutschland
  • Andrea Bauland - Universitätsklinikum Münster, Institut für klinische Radiologie, Münster, Deutschland
  • Désirée Burghaus - Universitätsklinikum Münster, Institut für klinische Radiologie, Münster, Deutschland
  • Matthias Heue - Universität Duisburg-Essen, Medizinische Fakultät, Essen, Deutschland
  • Andrea Kindler-Röhrborn - Universität Duisburg-Essen, Institut für Pathologie und Neuropathologie, Essen, Deutschland
  • Bettina Pfleiderer - Universitätsklinikum Münster, Institut für klinische Radiologie, Münster, Deutschland
  • Jan C. Becker - Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Ausbildung und Studienangelegenheiten (IfAS), Münster, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Aachen, 27.-29.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocV527

doi: 10.3205/12gma158, urn:nbn:de:0183-12gma1583

Veröffentlicht: 18. September 2012

© 2012 Kappes et al.
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Gliederung

Text

Fragestellungen: Wie ist es um das geschlechterspezifische Wissen der Studierenden und Lehrenden der medizinischen Fakultäten in Duisburg-Essen und Münster bestellt? Welche Faktoren beeinflussen dieses Wissen?

Methode:

  • Stichprobe: 2055 Teilnehmer der medizinischen Fakultäten Münster und Duisburg-Essen (Studierende: 1450; Wissenschaftliche MitarbeiterInnen: 605).
  • Messinstrument: Online-Fragebogen mit Genderquiz - bestehend aus 19 Multiple-Choice-Fragen, die sich in medizinische und biologische Fragen aufgliederten.
  • Mögliche, untersuchte Einflussvariablen: Studienabschnitt, Geschlecht und themenbezogene Einstellung.
  • Auswertung: Statistische Analyse (Programm: SPSS 20) der Mittelwerte zwischen und innerhalb verschiedener Gruppen sowie Auswertung der Gruppeninterferenzen.

Ergebnisse: Im statistischen Mittel lagen alle Mittelwerte für richtige Antworten unter 55 %. Es gab keine nennenswerten Unterschiede zwischen beiden Fakultäten. Signifikante Unterschiede zeigten sich im Vergleich der Gruppen mit unterschiedlichem Ausbildungsniveau: Wissenschaftliche MitarbeiterInnen machten – im Gegensatz zu Studierenden – weniger falsche, jedoch viel häufiger auch keine Angaben. Je höher der Studienabschnitt (Vorklinik < Klinik < PJ), desto höher war die Anzahl an richtigen, vor allem klinischen Fragen. Bessere Ergebnisse erzielten diejenigen – insbesondere im klinischen Bereich – die Kenntnisse über geschlechtsspezifische Einflüsse als sinnvoll bewerteten. Frauen schnitten durchschnittlich etwas besser im Genderquiz ab.

Schlussfolgerung: Dieses "Needs Assessment“ zeigt, dass Genderwissen an beiden Fakultäten gleichermaßen unzureichend vorhanden ist und daher großer Bedarf zur verstärkten Integration in die medizinische Lehre besteht.