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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

27.09. - 29.09.2012, Aachen

Wie sozial kompetent bin ich eigentlich? Der Situational Judgement Test als Selbstreflexionsverfahren in der medizinischen Studierendenauswahl.

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  • corresponding author Janine Kahmann - Medizinische Fakultät Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • Martina Kadmon - Medizinische Fakultät Heidelberg, Heidelberg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Aachen, 27.-29.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocP208

doi: 10.3205/12gma108, urn:nbn:de:0183-12gma1082

Veröffentlicht: 18. September 2012

© 2012 Kahmann et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Seit den 70-er Jahren suchen Psychologen nach geeigneten Verfahren, soziale Kompetenzen in die Studierendenauswahl einzubeziehen. Ein potentielles Verfahren ist der Situational Judgement Test (SJT). Die Aufgabe der Bewerber besteht darin, aus mehreren Handlungsmöglichkeiten diejenige auszuwählen, die sie am ehesten ausführen würden. Wir möchten Ihnen einen an der Medizinischen Fakultät Heidelberg entwickelten SJT für soziale Kompetenzen vorstellen und erste Pilotstudienergebnisse an Abiturienten berichten.

Methoden:

1.
250 Human- und Zahnmedizinern in Deutschland wurden per Onlinefragebogen gebeten, die Wichtigkeit sozialer Kompetenzen für das Human-/Zahnmedizinstudium zu beurteilen.
2.
Während Workshops im April 2012 entwickelten an der Medizinischen Fakultät Heidelberg tätige Mediziner, Psychologen, Naturwissenschaftler und Pflegekräfte einen SJT-Itempool für diejenigen sozialen Kompetenzen, die in der Onlinebefragung am wichtigsten beurteilt wurden.
3.
In einer Pilottestung werden Abiturienten neben der Testbearbeitung aufgefordert, die Items nach ihrer Attraktivität, Verständlichkeit, Mehrdeutigkeit, Realitätsnähe und medizinischem Vorwissen zu beurteilen.

Ergebnisse:

1.
128 Human- und Zahnmediziner beurteilten nachfolgende soziale Kompetenzen am wichtigsten für ein Human-/Zahnmedizinstudium: Selbstkontrolle/Selbstdisziplin, Selbstbeobachtung/Selbstreflexion, Respekt gegenüber anderen, Kritikfähigkeit, Suche nach sozialer Unterstützung, Kontaktfähigkeit.
2.
Ein Pool von 78 Roh-Items wurde für den SJT entwickelt. Die Items beschreiben soziale Situationen von Human-/Zahnmedizinstudierenden im Umgang mit Kommilitonen, Lehrenden, Pflegekräften und Patienten.
3.
Ergebnisse der Pilottestung an Abiturienten werden zum Kongress vorliegen.

[1], [2], [3], [4].


Literatur

1.
Ployhart RE, MacKenzie WI Jr. Situational Judgment Tests: A Critical Review and Agenda for the Future. In: Zedeck S (Hrsg). APA handbook of industrial and organizational psychology, Vol 2: Selecting and developing members for the organization. Washington, DC/US: American Psychological Association; 2011. S.237-252.
2.
Weekley JA, Polyhart RE, Holtz BC. On the Development of Situational Judgement Tests: Issues in Item Development, Scaling and scoring. In: Weekley JA, Polyhart RE (Hrsg). Situational judgement tests: Theory, measurement and application. Mahwah, NJ: Erlbaum; 2006. S.57-81.
3.
Hinsch R, Pfingsten U. Gruppentraining sozialer Kompetenzen (5., völlig veränd. Aufl.). Weinheim: Psychologie Verlags Union; 2007.
4.
Kanning UP. Soziale Kompetenz - Definition, Struktur und Prozesse. Z Psychol. 2002;210(4):154-163.