gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

27.09. - 29.09.2012, Aachen

Anspruchsvolle Prüfung = schlechte Evaluation? Zum Zusammenhang zwischen den Ergebnissen von Lehrveranstaltungsevaluation und schriftlichen Prüfungen

Poster

Suche in Medline nach

  • corresponding author Peter Brüstle - Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg, Deutschland
  • Silke Biller - Universität Freiburg, Medizinische Fakultät, Studiendekanat, Freiburg, Deutschland
  • Marianne Giesler - Universität Freiburg, Medizinische Fakultät, Studiendekanat, Freiburg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Aachen, 27.-29.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocP186

doi: 10.3205/12gma085, urn:nbn:de:0183-12gma0858

Veröffentlicht: 18. September 2012

© 2012 Brüstle et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Fragestellung: In der Evaluationskommission der medizinischen Fakultät Freiburg wurde wiederholt die Frage diskutiert, inwiefern schwierige oder leichte Prüfungen einen Einfluss auf das Bewertungsverhalten der Studierenden bei der Lehrveranstaltungsevaluation (LVE) eines Faches haben. Es wurde daher der Zusammenhang zwischen Prüfungen und Evaluation untersucht.

Methode: Die Daten der LVE (Evaluation der Vorlesungen, der Prüfungen und des Lernerfolgs) sowie der schriftlichen Prüfungen (Gesamtschwierigkeit, Durchschnittsnoten, Durchfallquoten) vom WS2010/11 bis WS2011/12 wurden analysiert (Pearsons r). Dabei wurden nur Prüfungen berücksichtigt, die eine akzeptable Reliabilität aufwiesen.

Ergebnisse:

1.
Schwierigkeit, Notenmittelwert und Durchfallquoten der Prüfungen korrelieren nicht signifikant mit der Evaluation der Vorlesungen.
2.
Die Evaluation der Prüfung korreliert signifikant mit Schwierigkeit (r=-0,515, p<0,05) und Notenmittelwert (r=0,544, p<0,05) der Prüfungen.
3.
Ein Zusammenhang zwischen der Evaluation der Prüfungen und der Evaluation der Vorlesungen (r=0,654, p<0,01) erweist sich nach Auspartialisierung der Evaluation des Lernerfolgs als Scheinkorrelation (r=0,237, p=0,361).

Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Schwierigkeit der Prüfungen nicht in der Evaluation der Vorlesungen durch die Studierenden niederschlägt. Vielmehr differenzieren die Studierenden durchaus zwischen der Kritik an Vorlesungen und Prüfungen in der LVE. Ein wichtiger Faktor für die Beurteilung der Vorlesungen scheint eher der von den Studierenden erlebte Lernerfolg zu sein.