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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Leistungsunterschiede zwischen Studenten der Referenzgruppe und der Nicht-Referenzgruppe

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  • corresponding author presenting/speaker Johannes Schulze - JWG Universität Frankfurt, FB Medizin, Dekanat, Frankfurt/Main, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma228

DOI: 10.3205/11gma228, URN: urn:nbn:de:0183-11gma2281

Veröffentlicht: 26. September 2011

© 2011 Schulze.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Für die vermehrte Zulassung von zukünftigen Hausärzten/innen wird immer wieder gefordert, neben der Abiturnote andere Zulassungskriterien zu verwenden, z.B. soziale Kompetenz. Andererseits besteht eine Korrelation zwischen der Abiturnote und dem Studienerfolg. Mit der Zulassung nach anderen Kriterien entsteht die Gefahr, dass Studienbewerber zwar zugelassen werden, durch die derzeitigen Staatsexamina jedoch übermäßig oft scheitern.

Methoden: Als Hinweis auf die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Studiums für leistungsschwächere Studenten wurden die bisherigen Leistungsunterschiede zwischen den Studenten der Referenzgruppe und der Nicht-Referenzgruppe im 1. Teil des Staatsexamens analysiert. Dabei kann angenommen werden, dass leistungsschwache Studenten sich überzufällig häufig in der Nicht-Referenzgruppe finden.

Ergebnisse: Eine Analyse des Physikums / 1. Teils des Staatsexamens weist einen Leistungsunterschied von 37,7+/-6 Punkten zwischen den beiden Gruppen auf, entsprechend 1,15 Noten. Analog zur bekannten Korrelation zwischen der Abiturnote und dem Phyikumsergebnis ist dieser Unterschied in den Herbstexamina größer (41,8+/-4,9 Punkte) als im Frühjahrsexamen (33,7+/-4,1 Punkte). Qualitativ gleichartige Unterschiede von 1 bis 1,5 Notenstufen fanden sich für die einzelnen Universitäten (Ausschluss von Ergebnissen, wenn eine Gruppe weniger als 10 Studenten beinhaltete). Besonders große Unterschiede >1,5 Noten ergaben sich für Regensburg (52,6 Punkte) und Freiburg (52,1 Punkte), besonders niedrige Werte für Halle (32,8 Punkte) sowie Mainz und Hamburg (jeweils 35,2 Punkte). Die größten Gruppenunterschiede treten an den Universitäten auf, die im Gesamtergebnis gut abschneiden. Gruppenunterschiede äußern sich auch in der großen Streuung der mittleren Punktzahlen für die Nicht-Referenzgruppe, während die Leistungen der Referenzgruppe deutlich homogener sind. Vergleichbare Leistungsunterschiede fanden sich auch in den Ergebnissen von Fachklausuren im klinischen Abschnittan der Johann Wolfgang-Goethe-Universität; auch hier betrug der Notenunterschied etwa eine Notenstufe in den Fächern die die Studenten für examensrelevant (Innere Medizin, Pädiatrie) oder schwer (Pharmakologie, Pathologie) halten. In "kleinen" Fächern war dieser Unterschied gering oder fehlte.

Schlussfolgerung: In den Staatsexamina zeigt sich, dass ein verzögertes Studium mit schlechteren Examensergebnissen einhergeht; diese Unterschiede sind so groß, dass sie die Annahme stützen, dass eine Zulassung leistungsschwacher Studenten nach anderen Kriterien nicht geeignet ist, erfolgreiche Studenten an die Fakultäten zu bringen.