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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Entwicklung und Validierung einer Kriterien-Checkliste für das Studierendenauswahlverfahren Medizin an der Universität Witten/Herdecke

Poster

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma212

DOI: 10.3205/11gma212, URN: urn:nbn:de:0183-11gma2123

Veröffentlicht: 26. September 2011

© 2011 Fricke et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) wählt derzeit aus bis zu 900 Bewerbungen halbjährlich 42 Studierende in einem zweistufigen Verfahren für das Medizinstudium aus. Die bei der Auswahl von Gutachtern verwendeten impliziten Auswahlkriterien wurden in einer Vorstudie mit semi-strukturierten Interviews erhoben und mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse in einer Checkliste zusammengefasst. Bei den mündlichen Auswahlwochenenden wurde geprüft, inwieweit diese Kriterien auch tatsächlich durch die Gutachter Anwendung finden.

Methoden: An drei Auswahlwochenenden im Herbst 2010 führten 23 Gutachter (4 Frauen, 19 Männer, davon 19 Ärzte) 133 halbstündige Einzelinterviews mit Studienbewerbern durch. Vorinstruierte Beobachter protokollierten diese Interviews minütlich in einer Checkliste, in der die zehn am häufigsten genannten Auswahlkriterien „Intellektuelle Fähigkeit (IF)“ (1=Reflektion, 2=Logik, 3=Abiturnote), „Motivation (Mot)“ (1=UW/H, 2=Arztberuf), „Soziale Kompetenz (Soz)“ (1=Gruppenkompetenz, 2=Familie, 3=Engagement) und „Persönlichkeitsmerkmale“ (1=Flexibilität, 2=Aufmerksamkeit) aufgeführt waren. Anschließend wurden die Häufigkeiten der Nennung eines Kriteriums sowie dessen Gewichtung quantitativ ausgewertet.

Ergebnisse: Am häufigsten wurde die Kategorie IF1 (12,7±6,9) thematisch abgefragt, gefolgt von Mot2 (10,8±6,2) und Mot1 (4,8±3,4). Es zeigten sich signifikante Unterschiede (MW-U-Test) für Soz3 (z=2,4; p=0,016) zwischen dem Drittel Bewerber mit der höchsten versus dem Drittel mit der niedrigsten Punktzahl im Einzelgespräch.

Schlussfolgerung: Die von den Gutachtern im Experteninterview genannten Kriterien werden explizit auch in den Auswahlgesprächen thematisiert, aber mit unterschiedlicher Gewichtung. Schwerpunkt bei der Häufigkeit liegt dabei auf der intellektuellen Reflexionsfähigkeit der Bewerber. Eine höhere Gewichtung findet sich bei den Kriterien soziales Engagement und Motivation.