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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Der Schlüssel zum Erfolg? Einfluss gezielt eingesetzter „cues“ in einer MC-Klausur

Poster

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  • corresponding author presenting/speaker Jan Matthes - Universität zu Köln, Institut für Pharmakologie, 50931 Köln, Deutschland
  • author Martin Wiesen - Universität zu Köln, Institut für Pharmakologie, 50931 Köln, Deutschland
  • author Stefan Herzig - Universität zu Köln, Institut für Pharmakologie, 50931 Köln, Deutschland
  • author Christoph Stosch - Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Studiendekanat, Köln, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma175

DOI: 10.3205/11gma175, URN: urn:nbn:de:0183-11gma1752

Veröffentlicht: 26. September 2011

© 2011 Matthes et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Der Abschlussklausur im Fachblock Pharmakologie liegen neben den Vorlesungsinhalten die Lernziele aus dem begleitenden PbL-Tutorium (Problem-basiertes Lernen) zugrunde. In der Wahrnehmung der Studierenden sind die inhaltlich auf das PbL bezogenen MC-Fragen oft unterrepräsentiert. In einer retrospektiven Pilotstudie fanden wir Hinweise darauf, dass MC-Fragen, die in den Fragestämmen Begriffe enthielten, die unmittelbar auf die im PbL-Tutorium behandelten Fälle verwiesen, häufiger richtig beantwortet wurden als jene, in denen diese „cues“ fehlten. Dieser Befund und die Wahrnehmung PbL-bezogener Fragen durch die Studierenden sollten in einer prospektiven Studie untersucht werden.

Methoden: In einer prospektiven, randomisierten Vergleichsstudie bearbeiteten 114 Studierende eine formative Klausur aus 40 MC-Fragen zu Inhalten des soeben absolvierten Fachblocks Pharmakologie. Eine Klausurversion enthielt in den Fragenstämmen Begriffe („cues“), die unmittelbar auf die korrespondierenden PbL-Fälle verwiesen (überwiegend die Patientennamen der PbL-Fälle). In einer zweiten Version waren die Fragen bis auf die „cues“ identisch. Zusätzlich wurde nach der empfundenen Schwierigkeit sowie der Zuordnung zu den Kursbestandteilen (Vorlesung bzw. PbL) gefragt.

Ergebnisse: Die Häufigkeit richtiger Antworten unterschied sich weder insgesamt („cues“: 24±1; keine „cues“: 25±1) noch in Abhängigkeit der inhaltlichen Zuordnung zu Vorlesung bzw. PbL-Tutorium. Auch hinsichtlich der empfundenen Schwierigkeit und der Zuordnung zu den Kursbestandteilen zeigte sich kein Unterschied zwischen den beiden Vergleichsgruppen.

Schlussfolgerung: Die aufgrund retrospektiver Daten gebildete Hypothese „Begriffe, die auf den Bezug zwischen MC-Fragen und PbL-Tutorium hinweisen, haben einen Einfluss auf die Häufigkeit richtiger Antworten und/oder die Wahrnehmung der Fragen“, ließ sich in einer prospektiven Studie nicht bestätigen. Die viel diskutierte Inkongruenz von Prüfungsformat (MC-Fragen) und Lernformat (PbL) könnte zu diesem Ergebnis geführt haben.