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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Gleiches Ziel, anderer Weg: Vergleichende Analyse eines problemorientierten und eines fachbezogenen Medizin-Curriculums anhand fragenspezifischer Erfolgsraten im Staatsexamen

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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma114

DOI: 10.3205/11gma114, URN: urn:nbn:de:0183-11gma1140

Veröffentlicht: 26. September 2011

© 2011 Halbleib et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Seit 2003 bietet die Ruhr-Universität Bochum das Medizinstudium parallel als einen fachbezogenen Regelstudiengang (RSM) und einen problemorientierten Modellstudiengang (MSM) an. Die Erfolgsraten im Zweiten Staatsexamen der ersten zwei Jahrgänge erlaubten aktuell den direkten Vergleich beider Gruppen. Das Ziel dieser Studie stellte die Analyse des studiengangspezifischen Beantwortens von Examensfragen dar. Untersucht wurde, ob es zwischen den beiden Studiengängen Unterschiede hinsichtlich der Beantwortung von Fragen bestimmter Eigenschaften gab.

Methoden: Insgesamt wurden n=960 MC-Fragen der Examina von Herbst 2009 bis Herbst 2010 systematisch nach Eigenschaften wie Komplexität (Taxonomie modifiziert nach Krebs), Fächerzuteilung und Bezug zu Fällen des problemorientierten Lernens (POL) kategorisiert. Anhand der fragenbezogenen Itemanalyse des IMPP wurden die gemittelten Erfolgsraten von 60 MSM- und 356 RSM-Studierenden verglichen.

Ergebnisse: Signifikante Unterschiede innerhalb der fragenspezifischen Erfolgsraten wurden unter anderem in folgenden Kategorien nachgewiesen: MSM-Studierende beantworteten Fragen höchster Komplexität (n= 96, MW RSM 66,0 vs. MSM 69,5; p= 0,021) und Fragen der Klinischen Pharmakologie (n= 97, MW RSM 63,5 vs. MSM 66,9; p= 0,027) signifikant häufiger richtig. Ebenso verhielt es sich bei Fragen mit POL-Fall-Bezug (n= 226, MW RSM 69,9 vs. MSM 73,1; p=0,002) und Fragen zur Diagnosestellung (n=302, MW RSM 73,8 vs. MSM 76,6, p=0,000). Die RSM-Studierenden beantworteten Fragen der Pathophysiologie/-biochemie signifikant häufiger richtig (n=8, MW RSM 66,1 vs. MSM 53,9; p=0,001).

Schlussfolgerung: Ursachen hierfür könnten in den Differenzen der Curricula liegen. Im Sommer 2011 werden in einem Fokusgruppengespräch mit Alumni mögliche Gründe der ermittelten Unterschiede und deren Konsequenzen für die curriculare Weiterentwicklung diskutiert [1].


Literatur

1.
Krebs R. Anleitung zur Herstellung von MC-Fragen und MC-Prüfungen. Bern: Universität Bern, Institut für Medizinische Lehre; 2002. Zugänglich unter/available from: http://www.iml.unibe.ch/dienstleitung/assessment_pruefungen/ Externer Link