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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Das Ergebnis von Multiplen Miniinterviews hängt von Abiturnote und Bewerberalter ab

Vortrag

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma089

DOI: 10.3205/11gma089, URN: urn:nbn:de:0183-11gma0890

Veröffentlicht: 26. September 2011

© 2011 Sehner et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Seit 2009 wird an der Universität Hamburg zur Auswahl der Medizinstudenten unter anderem das Verfahren der multiplen Mini Interviews (MMI) durchgeführt. Bis zum jetzigen Zeitpunkt liegen die Daten aller teilnehmenden Bewerber der Jahre 2009 (n=78) und 2010 (n=193) vor.

In dieser Studie wird untersucht, welche Variablen (Confounder) neben der individuellen Strenge/Milde des Jurors mit den Bewertungen der Bewerber assoziiert sind. Bewerten männliche und weibliche Juroren unterschiedlich? Wie hängen die Bewertungen von schulischen Leistungen oder dem Alter des Bewerbers und vom Beruf des Jurors ab?

Methoden: 2010 (2009) musste im Rahmen des Verfahrens jeder Bewerber 9 (12) fünfminütige Miniinterviews absolvieren. Bei jedem Interview wurde er von mind. 2 Juroren anhand einer vorgegebenen Bewertungsskala von 1 (0) - sehr schlecht bis 5 - sehr gut bewertet. Die Bewertungen wurden mit einem Random-Intercept-Model ausgewertet, wobei jede einzelne abgegebene Bewertung eines Jurors für dessen Strenge adjustiert wurde.

Dieses Modell wurde um weitere Confounder wie Geschlecht, Alter und Schulbildung der Bewerber, Geschlecht und Beruf der Juroren und gegebenenfalls deren Wechselwirkungen erweitert. Es wird untersucht, inwieweit diese einen signifikanten Einfluss auf die Bewertung der Bewerber haben. Für signifikante Einflussvariablen wird die Größe des Effektes geschätzt.

Ergebnisse: Alle als Confounder in das Modell aufgenommenen Variablen sind in Tabelle 1 [Tab. 1] aufgeführt.

Schlussfolgerung: Die MMI-Ergebnisse sind unabhängig vom Geschlecht der Bewerber und Juroren, d.h. bezüglich des Geschlechtes fair. Der Einfluss des Jurorberufs auf die Bewertung spricht dafür, weiterhin jedes Interview von 2 Juroren unterschiedlicher Berufsgruppen bewerten zu lassen. Nur 2010 gibt es einen positiven Zusammenhang zwischen der Bewertung im MMI und der schulischen Leistung bzw. dem Alter des Bewerbers.

Durch den für die Bewerber in den Jahren 2009 und 2010 unterschiedlichen Zugang zum Verfahren sind die Jahrgänge nicht vergleichbar. Bis zum Kongress werden wir die Daten um den Jahrgang 2011 erweitern, der im Verfahrenszugang dem Jahre 2010 entspricht.