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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Wie beurteilen verschiedene Studierendenkohorten die Eigenschaften des Aachener Modellstudiengangs Medizin im Studienverlauf und welche Auswirkung hat die retrospektive Betrachtung der Studierenden?

Vortrag

  • corresponding author presenting/speaker Sandra Sudmann - RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, Studiendekanat, Aachen, Deutschland
  • author Anne Scherer - RWTH Aachen, Universitätsklinikum, Institut für Medizinische Psychologie und Soziologie, Aachen, Deutschland
  • author Thomas Forkmann - RWTH Aachen, Universitätsklinikum, Institut für Medizinische Psychologie und Soziologie, Aachen, Deutschland
  • author Nicole Heussen - RWTH Aachen, Universitätsklinikum, Institut für Medizinische Statistik, Aachen, Deutschland
  • author Siegfried Gauggel - RWTH Aachen, Universitätsklinikum, Institut für Medizinische Psychologie und Soziologie, Aachen, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma077

DOI: 10.3205/11gma077, URN: urn:nbn:de:0183-11gma0772

Veröffentlicht: 26. September 2011

© 2011 Sudmann et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Beurteilen die Kohorten dieselben Fragen zu Studium und Lehre im Studienverlauf unterschiedlich und ändern sie ihr Urteil zu den Studienabschnitten (SA) rückwirkend?

Methoden: Seit 2007 werden die Studierenden in regelmäßigen Abständen zum Aachener Modellstudiengang befragt. Angefangen mit der ersten Kohorte vom WS 2003/04 liegen für jede der fünf betrachteten Kohorten mehrere Messpunkte vor. Der online-Fragebogen enthält Fragen mit einer 6-Punkte-Skala, die mit 1 (trifft zu) bis 6 (trifft nicht zu) beurteilt werden können. Die Entwicklung der Beurteilungen wurde innerhalb der Kohorten mit einer Varianzanalyse untersucht. Für den Vergleich der Kohorten über alle Messpunkte wurde die Effektstärke d nach Hedges und Olkin ermittelt.

Ergebnisse: Die Frage nach dem Dozentenengagement in den drei Studienabschnitten vor dem PJ zeigt, dass im Längsschnitt nur in der zweiten Kohorte signifikante Unterschiede in den Bewertungen auftreten (1. SA: F=4.002, p=.004; 2. SA: F=3.020, p=.018). Unterschiedlich ist allerdings das Urteil der Kohorten für das Engagement der Dozenten in den jeweiligen Studienabschnitten; die Bewertung nimmt vom 1. bis zum 3. SA ab. Dabei sind sich die Studierenden für die ersten beiden Abschnitte einig im Urteil (1. SA: M=2.00 bis M=2.22, d=0.21; 2. SA: M=2.57 bis M=2.67, d=0.10). Für den 3. SA ergibt sich ein anderes Bild mit M=2.61 bis M 3.08 und d=0.39. Auch die Untersuchung der Frage nach der Umsetzung von Lernzielen und Lernspirale erbrachte heterogene Ergebnisse.

Schlussfolgerung: Eine retrospektive Betrachtung der einzelnen Studierendenkohorten führt nur in Ausnahmen zu Veränderungen des Urteils über das Engagement der Lehrenden in den jeweiligen Studienabschnitten. Weil die Studienabschnitte und die Charakteristika von den Kohorten unterschiedlich bewertet werden, liefert die Studie Rückschlüsse für die realisierte und geplante Curriculumsentwicklung in den einzelnen Studienabschnitten und für die Entwicklung der Lernziele.